Mittwoch, 3. Mai 2017

Mama zweiter Klasse?

Hätte ich gewusst wie anstrengend es ist Mama eines Sternekinds zu sein, hätte ich's mir vielleicht nochmal überlegt höhö... So oder so ähnliche Sätze hört man nicht von uns. Keine Sternenmama sagt so etwas glaube ich. Fakt ist aber, es ist verdammt anstrengend eine Sternenmama zu sein, denn wir haben ein Trauerbaby und das ist ein High-End-Need-Baby und Überraschung: dieses Baby wischt die Übermüdung, die schlaflosen Nächte und alles andere nicht mit einem kleinen Lächeln weg.
Und dennoch werden wir, vor allem die Sternenmamas ohne weiteres Kind, behandelt wie Mamas zweiter Klasse.
Uns kann ja jeder reinreden was gut für uns ist, jeder kann verstehen wie es uns geht und jeder weiß was uns gut tun würde und wie wir weiter machen sollen. Ein, zwei, drei gesunde Kinder im Arm, nie erfahren was es bedeutet sein Kind zu verlieren, aber ihr könnt uns verstehen. Ernsthaft?
Wenn ihr Probleme habt mit euren Kindern, dann fragt ihr uns doch auch nicht nach Rat. Ihr geht davon aus, dass wir keine Ahnung vom Mutter sein haben, obwohl wir genauso Intuition haben, genauso Mama sind. Ihr nehmt uns nur nicht als diese wahr.
Tatsächliche ist Sternenmama ein Job wie der jeder Mama, nur motiviert uns kein kleines Speckhändchend, das da rumpatscht, kein Babygegluckse oder auch mal Geschreie. Bei uns bleibt es ruhig und diese Ruhe brüllt uns förmlich an, Tag für Tag, Nacht für Nacht.
Mein High.End-Need-Baby wird demnächst 8 Monate und ja ich habe mich in dieser Zeit selbst gegeiselt. Nur darauf bedacht, dass es wieder voran geht und ich glaube viele von uns machen dies so. Ich wollte alles richtig machen, niemand sollte etwas falsches von mir denken, schließlich liebe ich mein Kind doch. Mal ausspannen, runter kommen roch nach Gefahr, nach Vernachlässigung meines Sternenbabys, ohne sie in den Urlaub fahren war unvorstellbar, als ob ich es nicht verdient hätte. Ich konnte es einfach nicht und wollte einen Alltag mit möglichst vielen geregelten Abläufen. 6 Uhr aufstehen, mit dem Hund rausgehen, 8-19 Uhr ins Büro meines Mannes, Haushalt nach Plan und aus Zwang natürlich mich um mich selbst kümmern, waren mein Ablaufkorsett in das ich mich hineinzwängte. Ich wollte alles richtig machen, vieles habe ich auch mit Sicherheit richtig gemacht. Ich habe die Stabilität wieder, habe eine große Veränderung durchgemacht in dieser Zeit, bin die Gleiche geblieben, nur völlig anders.
Und jetzt plane ich einen Urlaub. Jawohl, ich lasse endlich los. Dieser Monat, ohne dem Kinderwunsch aktiv nachzugehen entspant mich unglaublich, denn diesen Monat habe ich so losgelassen.
Ja, ich lasse mein Kind gehen, ich gehe ohne Trauerbaby in den Urlaub, ich bin frei und ungebunden, so mein Gefühl. Diese kleine Seele die ich in meinem Herzen trage, halte ich nun nicht mehr verzweifelt fest, ich kann sie loslassen in der Hoffnung, dass sie dennoch bei mir bleibt. Aber weil sie es will, nicht weil ich sie an mir festkette. Ich habe so viel über mich als Mama gelernt und ja ich betone immer wieder: Ich BIN Mama. Ohne Wenn und Aber. Mein Trauerbaby macht vielleicht nicht in die Windeln, aber wir haben so irgendwie schon genug schei* am Bein....
Ich bitte euch Mama, seid sensibler, eine Sternen-Mutter unterscheidet sicht nicht von anderen Müttern, wir haben Kinder wie ihr sie habt, nur eben anders. Aber ihr seid es die bei uns mitredet,  es gut mit uns meint im Fall der Fälle obwohl ihr es nicht nachfühlen könnt, also dürfen wir auch bei euch, ok?


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