Mittwoch, 31. Mai 2017

Lernen seine Trauer auszudrücken

Jemand, den ich nicht persönlich kenne, aber mich doch sehr berührt und mein Schicksal teilt, dieser jemand ist zum zweiten Mal Sternenmama geworden und es bricht mir das Herz! Nicht du fügst mir Leid zu, mein Herz, sondern die Tatsache, dass ich keine Mama da draußen davor schützen kann und niemand davor sicher ist, ohne Angst davor zu machen.
Dieser Moment, wenn deine Welt plötzlich zusammenbricht. Du stehst im strahlenden Sonnenschein vor einer atemberaubenden Kulisse. Eine Steilküste, der Horizont breitet sich mit einem wundervollen Glitzern vor dir aus, du siehst die Zukunft, endlich atmest du durch. Du bist frei, der Wind zerzaust dir die Haare, vor dir geht es steil runter, aber du stehst sicher. Denkst du.
Und plötzlich bist du unter Wasser, es ist kalt, dein Sommerkleid, was eben noch im Wind wehte, zieht dich mit Wasser vollgesogen in die Tiefe.
Die so standhaften Klippen hatten Risse, doch man hat dich dennoch darauf gehen lassen.
Dein frischerbautes Wolkenschloß konnte dem Riss nicht standhalten und nun ist diese Klippe mit dir ins Meer gestürzt, der Boden unter den Füßen ist einfach weg und du willst Luft holen, doch da ist nur Wasser. Kalt, dunkel, salzig.
Deine Ohren rauschen von dieser Tiefe und du weißt nicht wo du bist, zu nah am Meeresboden, versuchst dennoch nach oben zu kommen.
Du bist wieder da wo du begonnen hast, unter Wasser, tauchst auf, versuchst an Land zu schwimmen, aber du bist müde.
Nachts wachst du auf, wie ein Schiffbrüchiger im eigenen Traum. Die Tränen sind echt. Kein Traum. Sie erinnern einmal mehr an den Untergang, salzig.
Die Silhouette von dem was man niemals mehr bei sich haben wird, tief in die Seele eingebrannt, sitzt du da. Weil du nun mehr bist, als du jemals dachtest sein zu können und dabei doch so einsam wie nie warst.
Ich will dich aus diesem Sog retten, jede da draußen im Strudel, aber auch ich kämpfe. Bin gekentert, gestrandet, alles auf Anfang und da steht man wieder. Und kann es selbst nicht fassen. Der Kampf gegen die Gezeiten, den man nur verlieren kann, wenn man nicht mit ihnen geht.
Und doch möchte ich dir einen Geschichte erzählen. Angelehnt ist diese Geschichte an die von Emily Perl Kingsley " Willkommen in Holland". 
Nur wir landen in Kanada, auf einem anderen Kontinent. Auch wollten wir nicht nach Italien, wir wollten eine Weltreise beginnen. Eine Weltreise die unser Leben verändern sollte, wir wollten eine neue Welt entdecken, wo wir doch bisher nur unsere eigene kleine Welt kannten. Wollten aufbrechen und haben den Flughafen mit allen Kontrollen hinter uns gelassen, Gepäck aufgegeben und saßen im Flugzeug. Hatte man uns nicht gesagt, dass das Fliegen sicher sei? Und doch sind plötzlich die Sauerstoffmasken aus der Decke gekommen und wir sind mitten in Kanada abgestürzt. Irgendwo im Nirgendwo, wir leben, aber mehr auch nicht.  Um uns ist der Tod und wir rennen weg, panisch, verwirrt, verzweifelt. Rennen, weil wir sonst nicht wissen was wir machen sollen, wir wissen nur, wir müssen da weg sonst sterben wir auch.
Wir haben erst mal keine Ahnung wo wir sind, wo ist hier Zivilisation? Nach dem anfänglichen Schock realisieren wir immer mehr, dass wir irgendwas finden müssen um zu überleben, machen die erste Pause um Luft zu holen, Wasser zu trinken, wir versuchen uns zu  orientieren. Überall stehen Bäume, Nebel, es ist kalt. Abgestürzt in der Fremde, niemand der uns findet, der uns helfen kann.
Aber irgendwann sehen wir dann endlich Umrisse, eine Hütte im Wald, unser erster Unterschlupf. Wir können uns etwas ordnen, frisch machen, eine Pause, sind geschützt und haben etwas zu essen, wir kommen etwas zu Kräften und können unsere Lage analysiere. Wir wissen was passiert ist, kennen unsere derzeitige Lage, das macht es nicht besser aber hilft uns selber etwas, wenn schon kein anderer einem helfen kann. Und so bleiben wir in dieser Hütte, wir sind erstmal sicher, richten uns in der neuen Situation ein, lernen unsere Umgebung dort kennen, fangen sogar ab und an einen Fisch im Fluß, wenn uns der Dosenfraß nervt. Das sind Highlights, aber kein Alltag.
Bis zu dem Tag, an dem unser Schock sich verändert hat und wir weiter wollen, wir wollen Menschen finden, sind einsam, vielleicht haben ja sogar ein paar andere Menschen überlebt beim Absturz?
Wir packen uns also einen Rucksack und nehmen uns die Dinge mit, die uns Sicherheit geben und merken uns den Weg zur Hütte. Wir gehen und nach gar nicht langer Zeit kommen wir an den Waldrand. Das wir so nah an allem waren ohne es zu merken, so nah an Menschen, dass entsetzt uns etwas, so schnell hatten wir nicht damit gerechnet. Also bleiben wir lieber im Schatten und gucken uns an was da vor sich geht, ob es sicher dort zu sein scheint. Wir verstehen nicht alles und die Menschen dort scheinen auch nicht immer die gleiche Sprache zu sprechen, Französisch und Englisch. Und obwohl wir bis dato nur Englisch konnten, verstehen wir die französisch sprechenden Leute plötzlich in Perfektion. Wir merken dass wir dazu gehören, dass wir nun eine neue Identität haben und stapfen mutig aus dem Wald heraus.
Französisch liegt uns, Sprache des Herzens, können uns auf ihr gut ausdrücken, werden verstanden, während uns das Englische öfter mal Probleme bereitet oder besser gesagt die Kommunikation mit Nicht-Franzosen. Wir haben also überlebt, sind um die Weltreise betrogen worden, vermeintlich um all die Schönheiten dieser Welt und leben nun in Kanada. Dafür können wir eine neue Sprache und unsere Wertschätzung gegenüber vielem hat sich verändert. Unser Leben hier ist nicht schlechter als in Deutschland wo wir vorher gelebt haben, wenn auch nicht mehr so unbeschwert mit dem Mut zur Reise, auch wenn wir davon jede Nacht träumen. 
Aber schlecht ist es nicht, dieses Leben nach dem Absturz. Es ist achtsamer, wir fühlen mehr, haben tolle neue Persönlichkeiten kennen gelernt.
Diese reden von ihren geplanten Reisen und wir wollen auch wieder, das merken wir. Einige haben den Mut und besteigen wieder ein Flugzeug, denn wie wir mittlerweise wissen, leben hier sehr viele die mit dem Flugzeug abgestürzt sind. Einige heben ab und fliegen, alles geht gut, sie starten ihre Reise in die Fremde und wir sind neidisch, dann kommen einige auch wieder zurück, davon einige die die Kontrolle am Flughafen nicht bestanden haben, einige bei denen es technische Schwierigkeiten in der Startphase gab, ein neuer, ein anderer Absturz. Manche von Ihnen versuchen weiter von hier weg zu fliegen, geben den Plan der Weltreise nicht so schnell auf, viele schaffen es tatsächlich, andere bleiben hier und richten sich häußlich ein, idyllisch mit sehr viel Liebe.
Kanada ist gar nicht so schlimm, es ist mehrsprachig und viele Leute sind so herzlich, so nett, man versteht sich. Es gibt vollkommen neue Aus- und Einblicke in ein Leben, dass wir so nie führen wollten. 
Aber auch hier geht die Sonne auf und unter. Auch hier gibt es Lachen und Weinen, gut und schlechte Tage. Die Menschen die dein Absturz-Schicksal teilen, machen es alles erträglicher und irgendwann ist es wieder beinahe normal. Es fühlt sich nach Leben an, nach Genießen, nach Lebensfreude. Man hat überlebt, darüber darf man sich ohne schlechtes Gewissen freuen und erst mal in ein Croissant beißen und dann schwimmen gehen. Wenn man will, fährt man zum Flughafen und guckt wo man am Ende landet. Und es ist okay wenn es die Nächte gibt, in denen einen der Absturz einholt, wieder hochkommt, aber es ist okay, wir haben überlebt.

Das ist die Geschichte wie ich sie fühle, sie empfinde, es auszudrücken, malen, schreiben, tanzen, singen, denken, weinen, lachen... all das sind Formen den Ausdrucks und seine Trauer auszudrücken ist so wichtig! Vergrabt sie nicht in euch sondern sucht euch einen Weg mit ihr. Es ist euer Weg und nur ihr könnt ihn gehen,aber ihr könnt ihn gestalten. Frei, immer wieder neu, mal gradeaus, mal in Kurven, mit immer neuen Kreuzungen. Nicht der Weg ist das Ziel, das Ziel ist der Weg! Ich drück euch!

Montag, 29. Mai 2017

Kinderwunsch-Update

Nach einer stillen Geburt ist der Kinderwunsch einer Frau meist größer denn je. Warum? Unsere Hormone brüllen nach einem Baby, wir waren bereits Mama, unsere Körper hatte ein Kind und plötzlich ohne zu sein, das fühlt sich falsch an. Man ist so unendlich unvollkommen, selbst wenn man sonst alles hat.
Da bringen dir alle Designer-Taschen und Marken-Klamotten dieser Welt nichts, kein Geld der Welt bringt dir dein Baby zurück und kein Geld der Welt macht dich zu 100% schwanger. Natürlich kann man ein Haufen Geld in Ovulationstest und sämtliche Hilfsmittelchen stecken oder sich Fruchtbarkeitsmethoden unterziehen,... doch wenn der Körper nein sagt, dann ist es nein, da ist der Gute einfach extrem unbestechlich.
Ich hatte das Glück 28 Tage nach der Geburt wieder meinen alten Zyklus zu haben, pünktlich und mit einer Länge von 28-30 Tagen seitdem durchgehend. Kenne ich meinen Zyklus also? Ich bin mir da nicht ganz sicher, denn ich benutze keine Ovulationstests mehr und die Temperatur zu messen ist mir als Morgenmuffel einfach unangenehm.  Morgens will ich in Ruhe gelassen werden. Auch von einem Thermometer!
Bei den Ovulationstest kam ich mir vor wie eine kleine Laborratte und zeitlich und örtlich war es für mich einfach nicht wirklich gut umzusetzten.
Es kostet Zeit, Geld und Nerven um es kurz zusammen fassen und ich dachte mir, dass das doch auch leichter gehen muss!
Dann bin ich über die Seiter der lieben HerzBauchWerk auf  AVA gestoßen und war völlig entzückt!
Kurz die Amortisierung berechnet, sprich nach wie viel Monaten rechnet sich die Investierung in das Teil und siehe da. Schneller als gedacht, denn ich kann es nicht nur benutzen um meine fruchtbaren Tage zu erfahren sondern auch in der hoffentlich baldigen Schwangerschaft und nach der Geburt weiter.... Für mich grade als Sternenmama angenehm, denn ich möchte mir so wenig Druck wie nur möglich bei dem Thema Kinderwunsch machen, auch wenn der Wunsch nach einer neuen Schwangerschaft groß ist.
Aber all das drum rum mit den Ovulationstest und der Temperatur und dem ganzen, das nimmt für mich jede Leichtigkeit des Sein mit sich. Jeder Monat endet in akribischem Buchführen und zickigem "WIR MÜSSEN ABER JETZT!!!"....
Doch was ist AVA denn jetzt? Dahinter steckt ein Armband, welches nachts getragen wird und Vitalparameter misst. Anhand dieser Parameter erkennt es ca 5 fruchtbare Tage. Kurz morgens synchronisieren und schwubs weiß ich Bescheid wo ich im Zyklus stehe. Für mich unglaublich praktisch denn am Laptop oder Handy bin ich eh und eine Zyklus-App habe ich auch,.. gut , okay, die benutzt Fr. Morgenmuffel auch nicht. Brauche ich aber mit dem Ava-Armband dann auch nicht mehr, denn das weiß ja schon meine Temperatur und alles. Vergleichbar ist es vielleicht, um es sich vorzustellen mit einem Fitnesstracker wie die fitbits... so zumindest glaube ich.
Bestellt ist es jedenfalls und ich warte sehnsüchtig drauf. Einziger Nachteil war, dass es nur per Kreditkarte gekauft werden kann! Für mich war das ein großer Nachteil, denn ich habe keine, aber da musste eben der Mann meiner Schwester herhalten :D.
Sobald ich das gute Stück habe, was leider etwas dauernd wird, werde ich darüber nochmal ausführlicher berichten, versprochen.
Für mich als Mama ohne Baby aber eine geniale Art recht stressfrei an möglichst viele fruchtbaren Tage zu kommen! Und das ohne mich permanent verrückt machen zu müssen was den Eisprung betrifft und somit auch sicherlich förderlich in Sachen Kinderwunsch. Denn für mich bedeutet es einfach Stress raus, Ava an! (So hoffe ich es doch zumindest, ich bin seeehr gespannt!!)

Perspektivenwechsel

Einfach wie ein Vogel fliegen, die Welt von oben betrachten, manchmal wär's das. Weit in die Ferne blicken und wissen was da auf einen zukommt.
Wenn es kalt wird aufplustern und im Sommer früh morgens die Sonner begrüßen und in scharfen Kurven durch die Lüfte saußen.
Von oben aus betrachtet wirkt die Welt anders und betrachte ich mich selbst mal von oben, losgelöst von meinen eigenen Gedanken und Gefühlen, dann wirke auch ich anders.
Natürlich kann man sich jetzt fragen, was die Alte will. "Losgelöst sich selber betrachten..." mhm...sicher.... aber der Versuch ist es wert. Es bedarf  nicht mal einer gespaltenen Persönlichkeit, so viel sei verraten höhöhö. :D
Aber bei dem ganzen aufreibenden (Lebens-)Weg tut es manchmal gut, denn der Verlust des eigenen Babys und alles was folgt ist ja nicht grade eine Wanderung durch ein wunderschönes Tal mit immergrünen Wiesen und kleinen Fabelwesen die von Blume zu Blume hüpfen.
Es ist vielmehr oft steinig, steil und kalt und ziemlich oft ohne das geringste bisschen Grün, Stürme sind an der Tagesordnung. Aber da gibt es dennoch ein klein wenig Magie und hat man diese erstmal gefunden, dann wird es besser. Dann sieht man hier und da mal glitzernde Lichtbrechungen, die erahnen lassen, dass da noch so viel mehr ist als man im Moment sieht. Tipp: kennt jemand japanische Steingärten? Denkt mal drüber nach.... sind eigentlich nur ein Haufen Steine...dennoch ziemlich berühmt...
Aber zurück zur Perspektive und dem Wechsel selbiger. Es war Muttertag, unser 1. Hochzeitstag am selben Tag und nun Vatertag. Es waren nicht die strahlensten Tage, aber es waren auch nicht die tristesten Tage, Mittelmaß, aber gutes Mittelmaß.
Ich habe mit meinem Göttergatte darüber gesprochen, dass ich sauer bin auf meine Oma und auch auf unser Goldstückchen... Wie er nun so ist, hat er mich erst angeguckt als wäre ich eine entflohene Psychotante aus der Geschloßenen und dann hat er mich in den Arm genommen und gefragt ob ich eigentlich in letzter Zeit öfter Anfälle von Dümmlichkeit habe.
Für diese Art liebe ich ihn sehr, denn Bemitleiden ist nicht so meins. Jedenfalls hat er mich und meine Gedanken aus einer völlig anderen Perspektive betrachtet als ich mich selbst und das war unglaublich aufschlussreich.
Ich lebe mein Leben ja nach der goldenen Regel:" Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem Andren zu.....", und ich lebe sehr gut damit, denn somit habe ich in jeder Situation einen Lei(d/)tfaden (lacht nicht, manchmal ist das wirklich ein Leidfaden, wenn die anderen nicht danach leben und man umgeben von Kackbratzen ist). Es ist meine moralische Ampel und ich glaube auch an Karma - bist du böse, kommt es auf dich zurück, also sei gut. So, ihr wisst was mir passiert ist und selbst ein Spatzenhirn kann sich denken, was ich seitdem gedacht habe...:"Was zur Hölle habe ich getan????". Denn das woran ich glaubte, hatte mir kräftig in den Allerwertesten gebissen, ist mir quasi an die Gurgel gegangen. Immer und immer wieder habe ich mich gefragt was ich getan habe, warum meine Oma mich und Goldstück nicht beschützt hat.
Und dann kam mein Mann, dieses wundervolle Wesen und klärte mich Monate danach auf, dass ich doch mal in die umgekehrte Richtung denken könnte. Was wenn wir so vor viel größerem Leid beschützt wurden? Was wenn meine Oma Dinge gesehen hat, da oben aus der Vogelsperpektive, die wir so nie hätten kommen sehen und somit selbst diesen Weg als besser erachtet hat und das Karma sich dachte: "Hey, komm die knutsch ich jetzt mal auf beiden Backen und beschütze sie vor dem was noch kommt.". Was wenn mein Goldstück lebend ooder erstmal gesund viel, viel mehr Leid erfahren hätte als sie es nun hat?
Ich weiß es nicht, aber der Gedanke hat gut getan, dass ich gar nicht bestraft sondern beschützt wurde. Der Perspektivenwechsel ist nicht leicht, aber sicher auch beim Kinderwunsch sinnvoll und der Angstverarbeitung vor einer neuen Schwangerschaft. Denn Perspetivenwechsel hat immer etwas mit einem Richtungswechsel zu tun, denn sonst könnte man den Blickwinkel ja nicht ändern...
Zum Thema Kinderwunsch gibts demnächst dann auch wieder ein Vertiefung meine Herzis. Ich knutsch euch und wünsche euch einen hoffentlich wunderbaren Wochenstart!

Dienstag, 16. Mai 2017

Brief an meine Tochter (und an meine Oma)

Mein Schatz, am Sonntag war Papas und mein erster Hochzeitstag. Es war auch Muttertag, Ironie kann mein Leben schließlich gell? Vor einem Jahr, hatte ich dich sicher in meinem Bauch und wir waren eine Familie, dein Papa war so stur, denn eine Familie wo ich nicht seine Frau gewesen wäre, sondern "nur" seine Freundin, wäre für ihn nicht in Frage gekommen. Er wollte, dass ich dich als seine Frau bekomme, das war schön, das war so voller Liebe.
Dich unterm Hochzeitskleid zu wissen, wie du mich abends getreten hast, bei der etwas zu scharfen Suppe... wie du mitgezappelt hast beim Hoczeitstanz, die Liebe zum Tanzen hast du definitiv von mir und ich hoffe du bringst die Hüften von der Omi, also deiner Uromi, ordentlich zum shaken.
Eine Familie sind wir ja trotzdem,... irgendwie. Und Muttertag hatte ich trotzdem, da bin ich stur! Richtig fühlt es sich aber trotzdem nicht an, auch wenn es sich nicht falsch anfühlt. Ich bin da etwas hin- und hergerissen.
Auf der einen Seite bin ich stolz und glücklich, weil du ja trotzdem einfach mein Schatz und meine große Liebe bist, eben mein Kind, vollkommen egal ob ich dich im Arm halte oder im Herz. Auf der anderen Seite bin ich wütend. Und ja, ich bin auch etwas wütend auf dich. Darf ich das? Ich glaube schon,... jede Mama ist doch irgendwann mal böse auf ihr Kind. Was heißt böse, aber ich verstehe es nicht?
Ich verstehe etwas nicht, worauf ich nie eine Antwort erhalten werde. Warum  hast du nicht von alleine aufgegeben? Warum musstest du so ein Kämpferchen sein und bist nicht von dir aus gegangen? Warum hast du Oma, nicht auf uns aufgepasst? Denn so gerne ich daran denke, dass ihr da oben sitzt und nun auf uns aufpasst,.. wo ward ihr als ich euch am dringensten brauchte?
Wo seid ihr gewesen, als es darum ging mein Kind vor dieser Krankheit zu schützen? Und wo ward ihr als ich dazu gezwungen war mein Kind in mir umbringen zu lassen? Passt ihr also auf mich auf? Und wenn ja, warum bin ich dann noch nicht schwanger?
Es fällt mir schwer im Moment.... Ich bin sauer ja. Ich zweifle immer noch nicht daran, für dich das Richtige getan zu haben Liebling, keine Sekunde. Aber, ich habe die Sicherheit meiner Gebärmutter schändlich verletzt.
Wie gesagt, ich bin mir dennoch sicher das Richtige getan zu haben, du hättest niemals von dir aus aufgeben, denn du bist wie ich. Stur und ein Stehaufmännchen. Diesesmal musste ich dich also vor mir schützen oder besser gesagt vor dem, was du von mir hast, denn du hast keine Ahnung was da draußen auf dich gewartet hätte, so viel ist sicher. Ich hatte diese Ahnung, sogar diese Gewissheit und ich habe mich schon immer vor den Schutzlosen gestellt, lieber ertrage ich die Schmerzen als du.
Und Oma, ja ich bin wütend, du hast mich schonmal alleine gelassen, hier unten und nun wieder? Weiß Gott, ich liebe dich, du bist meine Oma und ich fühle mich dir so nah, ich trage dich in jeder meiner Zellen, dein Armband zieh ich nicht mal zum schlafen aus und Marie hat es berührt auf dieser Welt, aber wieso verdammt nochmal passt du nicht auf uns auf??? Wolltest du etwas von mir auch da oben haben? Denn nur dann könnte ich dir das verzeihen und verstehen, denn ich vermisse dich hier unten schmerzlich auch nach noch so vielen Jahren, aber ich kenne keine andere Omi die so oft ihre Enkelin im Traum besucht wie du mich, ich habe keine Ahnung wie oft ich dein Parfüm rieche und deine Hand auf meinem Kopf spüre. Ich bin ja nicht mal esotherisch, aber ich fühle dich Oma, genauso wie ich dich spüre mein Schatz. Aber was habt ihr zwei mir da denn nur angetan ihr Verrückten?
Und dann komme ich plötzlich auf ein Video, darin geht es um Kinderseelen, die wieder gegangen sind. Jede Mama sucht ja irgendwie ein klein wenig Halt in diesem Glauhen, an die nicht verlorene Seele ihres Kindes. Ich auch, auch wenn es rein wissenschaftlich sein kann, dass da einfach nichts ist. Aber nichts genaues weiß man nicht, heißt es doch so schön.
In diesem Video sagte jedenfalls die eine sehr sympathische Schweizerin, dass es Kämpferseelen gibt, die hochsensible Frauen auf die Mutterschaft vorbereiten. Die Energie von diesen Kindern ist gewaltig, zu gewaltig für die feinstoffliche Energiewelt einer sensiblen Frau. Dieser Kriegerseelen kommen also in die Gebärmutter und bereiten vor, ihr Weg war nie der irdische, sie sind rein zur Vorbereitung der Frau auf die Mutterschaft gedacht und sobald dieser Prozess erfüllt ist, kehren sie um. Diese Kriegerseelen verschaffen der Frau eine oft erschwerte Schwangerschaft... Und ja, man dreht sich alles gerne hin, damit es passt, aber es passt auf uns!  Warst du so eine Kriegerseele mein Schatz? Denn ja, wenn du eins gemacht hast, dann mich auf das Muttersein vorzubereiten! Und niemand weiß besser als ich, was es heißt über 7 Monate eine mehr als innige Beziehug mit der Toilette zu führen, egal um welche Uhrzeit.
Umgekehrt bist du am Tag nachdem ich mich bereit gefühlt habe endlich dich als mein gesundes Kind anzunehmen, mich selber voll und ganz als Mutter zu sehen.
Ich glaube ich bin bereiter Mutter zu werden, als ich es bei dir jemals war und dafür bin ich unendlich dankbar, denn ich habe das Wunder, das da dahinter steckt erkannt und begriffen.
Und mir ist aufgegangen, dass ich mich bei meiner Gebärmutter entschuldigen muss, denn was ich ihr angetan habe, sollte nicht passieren müssen, auch mein Mann hat sich bei ihr entschuldigt und ich hoffe sie kann uns dreien und auch dir Omi verzeihen!
Was schön ist, dass ich euch nicht lange sauer sein kann, weil ich euch dafür viel zu sehr liebe und ich es schön finde, dass ihr zwei euch habt, die zwei Herzensmenschen meiner Seele. Ich bin dankbar für euch und ich liebe euch, nichts erhellt die Täler und Senken meines Lebens so sehr wie ihr und nichts reflektiert so schön wie ihr im Sonnenlicht ganz oben.
Und danke für die wunderschönen Muttagsgeschenke! Erst lasst ihr es bei Sonnenschein regnen, so dass die Tropfen wie funkelnde Diamanten aussehen, dann fliegen mein Schmetterlingsbaby und mein Hummel-Zukunftsbaby beim Spaziergang mit mir und zum Teil sogar auf mir (dein Flügelschlagen neben mein Ohr war Balsam für meine Seele) und Meister Storch hat sich die Ehre auch nicht nehmen lassen und stackst einfach stur neben mir den Weg lang und das obwohl ich einen Hund dabei habe, der ihn komischerweise völlig ignoriert. Ich habe euch wahrgenommen.
Jetzt muss die Mama weiter arbeiten, aber das musste ich nun loswerden. Pass gut auf mein Goldstück auf, Omi! Ich liebe euch beide mehr als ich es mit Worten ausdrücken könnte! <3


Mittwoch, 10. Mai 2017

Sonnenschein, ins Herz hinein

Tjaaaaaaaa, liebe Freunde wie soll ich es beschreiben? Die Sonne und meine Laune leben in Symbiose... also vermutlich. Kaum scheint heute wieder so richtig die Sonne, erhellt sich auch meine Laune und weg ist die trübe-Tassen Stimmung.
Zugegeben in letzter Zeit war ich so etwas wie der Dumbledore der Akademimimimimimiiiiiiii,... ja sorry, auch die beste Laune geht mal auf Reisen, aber here I'am. Laut Backstreet-Boys schmetternd bin ich heute morgen schon durch die Gegend gegurkt und war ganz verzückt von jedem Sonnenstrahl, der die Netzhaut verbrannt hat. Das Spiel der Reise nach Jerusalem hab ich mal wieder erfolgreich versaut verloren, aber was soll's, hätte es diesen Monat  geklappt wäre hier was faul gewesen, denn ihr hätte mich dann Jungfrau Maria nennen müssen. Jedenfalls war kein Platz mehr im Bus für Schwangere frei, aber was soll's. Ich hab eh mein eigenes Auto und kann fahren wann ich will.
Und falls ihr euch grade fragt, was die Alte eingeworfen hat, es waren Sonnenstrahlen, ganz einfach und die Sache mit der Reise nach Jerusalem ist im Grunde auch recht logisch für Kompliziert-Denker. In meiner Verkorkstheit stelle ich mir das Schwangerwerden wie die Reise nach Jerusalem vor. Viele Bekloppte laufen um ein paar Stühle rum und wenn die Musik aufhört fällt der Großteil auf den Boden und nur wenige haben einen Platz bekommen, macht Sinn oder? :-D
Aber man ist nicht alleine, hört Musik und rennt in der nächsten Runde wieder dümmlich im Kreis in der Hoffnung einen Platz zu bekommen und wie im echten Leben schubst dich auch mal jemand wieder vom Stuhl auf dem du saßt. Wir Runtergeschubsten bilden dann nochmal ein extra Spiel.
Ansonsten, dreht sich das Rad wieder und ich bin sehr froh, dass meine eigene Anwesenheit für euch und mich nicht mehr so nervig ist! :-)
Demnächst ist Fastenbrechen angesagt wenn ich die magische Marke erreicht haben, den heiligen Grahl, den güldenen goldenen Kelch. Dann geht's an den Aufbau und infolgedessen an die Ernährungsumstellung, fit for baby oder so. Nicht, dass ich mich sonderlich unfit fühlen würde und ich meine, mit nichts kann man sich die Figur so gut runinieren wie mit einem Baby aber egal, ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt und wenn ich diesen Sommer mal Moppel-skinny sein möchte, dann ranz ich halt mit weniger Speck auf den Hüften durch den Sommer. ("Ranzen" ist ein Wort welches ich gerne als Verb verwende um zu verdeutlichen wie man seinen Bauch durch die Gegend schiebt, mal mehr mal weniger wabbelig. Gelernt habe ich es übrigens in meiner Wahlheimat am Bodensee, ulkig die Sprache, aber liebenswert.) Um den Rest kann sich ja dann wieder mein Zukunfts-Ich kümmern. Außerdem, wenns schon nichts mit dem Baby wird demnächst, dann doch bitte mit dem Körper.
Gut, zugegeben die Gelüste einer Badewanne voller Tortellini und mir, die sind da, aber ich denke mit einem "Bescheißerle"-Tag, kann ich das schon kompensieren. Den Rest der Woche gibt es nämlich  gesund und lecker. (Lasst mir bitte die Vorstellung von einem total disziplinierten Esser :-D)
Und wenn die Aufbau-Phase nach dem Fasten und die Ernährungsumstellung erfolfgreich war, dann geh ich wieder ins aktive Gehibbel.
Meinem Goldstück dem geht es übrigens gut, die Anzahl an Freunden wächst wie ich höre da oben und ihre Uromas haben jede Menge mit ihr zu tun. Mein kleiner Leuchtestern, mein geliebter. Manchmal nagt es und ich will sie selber durchknuddel, aber dann knutsche ich eben stellvertretend ihr Bild ab oder fresse meine Nichte auf. Das hilft ungemein! :-)
Die Trauerphase ist also offiziel somit beendet, "Rückschläge" die ich so aber nicht nennen möchte, sind erlaubt und erwünscht, denn solche Phasen hat man als Sternenmama nunmal.
Macht es euch schön, suhlt euch in Sonnenstrahlen und gönnt euch ein Spaghetti-Eis stellvertretend für mich! Dicken Drücker!!

Donnerstag, 4. Mai 2017

Zwischen den Welten

Ja, zugegeben, gestern war ich arg garstig. Der Beitrag richtet sich um das kurz zu sagen, null gegen Mamas die einfach lieb trösten wollen und einfach ein paar liebe Worte schenken möchten.
Nein, alles fing damit an, dass ich eine Bekannte traf. Die erzählte mir von ihrer Tochter, ein paar Monate jünger als mein Goldstück jetzt wäre und jammerte wie aaaanstrengend das Leben mit Kind sei und hätte sie das vorher gewusst, hätte sie es sich nochmal überlegt.. hmpf.. erster Treffer.
Dann Gequassel, dass sie nicht zum Nägel machen gehen kann...- joar juckt mich nicht, sorry-, dachte ich nur... und dann erzählte sie mir, dass sie meine Geschichte ja einer anderen Mutter erzählt hat und man sich ja nur als Mutter mit lebendem Kind vorstellen kann, was es heißt...- hmmm joar, ich bin mir sicher du kannst meine/unsere Gefühle sichi besser nachvollziehen als wir selbst....-
Dann fing sie an, dass ihre Tochte Schwierigkeiten hat mit dem Bäuerchen... und ich habe ihr einen Tipp gegeben, was sie doch mal versuchen soll, der Tipp kam aus meinem Geburtvorbereitungskurs und ja, er hat sowohl meiner Nichte geholfen, als auch der Kleinen einer Freundin. Ich weiß also, dass er helfen kann,...
Und was macht die Kuh? Blafft mich an, ob ich mich da nicht etwas überschätze, einer Mutter einen Tipp zu geben, ich selbst wäre ja keine Mama...
Ich habe mich umgedreht und bin gegangen und doch hatte ich danach Frust und musste ihn mir von der Seele schreiben. Solche Mütter gehen gar nicht sorry! Zumindest für mich nicht. Ich hoffe ihr versteht welche Art von Mensch ich da gestern gemeint habe...
Denn ja, es stimmt ja, ich bin zwischen den Welten. Meine Art des Mutter-seins, wird von dem Großteil der Gesellschaft nicht verstanden. Mama ohne Baby ist eine Oxymoron, etwas was ja eigentlich nicht möglich ist. Entweder du hast ein Kind und bist Mama oder du hast keins und bist nicht Mama, so die Definition. Aber doch sind wir Mamas, wir schenken dem Rest der Welt das Funkeln der Nacht mit unseren Sternenkindern und so sind unsere Kinder zwar nicht sichtbar in der eigentlichen Kinderform aber doch zu sehen. Unsere Kinder brauchen den Kontrast des Nachthimmels um aus dem Dunkeln unserer trauernden Seele zu erstrahlen.
Bei Tageslicht haben die wenigsten Angst, erst in der Nacht kommen die Schattenmonster, erinnere mich an meine eigene Kindheit, irgendwer muss da ja helfen und da kommen wir ins Spiel, wir bringen Licht ins Dunkel, dort wo es am Dunkelsten ist, fängt etwas an zu strahlen, das sind unsere Kinder.
Den inneren Konflikt bei der Geburt, den muss ich keiner Sternenmama erklären, man ist glücklich wie nie und doch traurig wie selten (Die Sportfreunde Stiller bringen diese Gefühle übrigens für mich auf den Punkt mit ihrem Lied "Zwischen den Welten".)..... Jetzt driften meine Gedanken wieder ab.. sorry. :-)
Noch ein kurzes Fastenupdate von mir: Ich mache viel Sport, es geht mir  sehr gut, Arztcheck war hervorragend! Das freut mich, denn gesund und überwacht sollte Fasten sein! Allerdings schlabbert-wabbert mein Körper jetzt irgendwie mehr, was etwas demotivierend ist, denn ich geb mir echt alles für meine Verhältnisse beim Sport, aber jaaa, gut Ding will Weile haben oder so. Mein Göttergatte macht ja auch mit und während man es mir noch gar nicht richtig ansieht, hat er sich quasi halbiert in den zwei Wochen... unfair oder?  Ich hör jetzt mal noch ein bisschen die Sportis in Dauerschleife mit "Zwischen den Welten" und rödel weiter....
Und fühlt euch alle gedrückt!!!

Mittwoch, 3. Mai 2017

Mama zweiter Klasse?

Hätte ich gewusst wie anstrengend es ist Mama eines Sternekinds zu sein, hätte ich's mir vielleicht nochmal überlegt höhö... So oder so ähnliche Sätze hört man nicht von uns. Keine Sternenmama sagt so etwas glaube ich. Fakt ist aber, es ist verdammt anstrengend eine Sternenmama zu sein, denn wir haben ein Trauerbaby und das ist ein High-End-Need-Baby und Überraschung: dieses Baby wischt die Übermüdung, die schlaflosen Nächte und alles andere nicht mit einem kleinen Lächeln weg.
Und dennoch werden wir, vor allem die Sternenmamas ohne weiteres Kind, behandelt wie Mamas zweiter Klasse.
Uns kann ja jeder reinreden was gut für uns ist, jeder kann verstehen wie es uns geht und jeder weiß was uns gut tun würde und wie wir weiter machen sollen. Ein, zwei, drei gesunde Kinder im Arm, nie erfahren was es bedeutet sein Kind zu verlieren, aber ihr könnt uns verstehen. Ernsthaft?
Wenn ihr Probleme habt mit euren Kindern, dann fragt ihr uns doch auch nicht nach Rat. Ihr geht davon aus, dass wir keine Ahnung vom Mutter sein haben, obwohl wir genauso Intuition haben, genauso Mama sind. Ihr nehmt uns nur nicht als diese wahr.
Tatsächliche ist Sternenmama ein Job wie der jeder Mama, nur motiviert uns kein kleines Speckhändchend, das da rumpatscht, kein Babygegluckse oder auch mal Geschreie. Bei uns bleibt es ruhig und diese Ruhe brüllt uns förmlich an, Tag für Tag, Nacht für Nacht.
Mein High.End-Need-Baby wird demnächst 8 Monate und ja ich habe mich in dieser Zeit selbst gegeiselt. Nur darauf bedacht, dass es wieder voran geht und ich glaube viele von uns machen dies so. Ich wollte alles richtig machen, niemand sollte etwas falsches von mir denken, schließlich liebe ich mein Kind doch. Mal ausspannen, runter kommen roch nach Gefahr, nach Vernachlässigung meines Sternenbabys, ohne sie in den Urlaub fahren war unvorstellbar, als ob ich es nicht verdient hätte. Ich konnte es einfach nicht und wollte einen Alltag mit möglichst vielen geregelten Abläufen. 6 Uhr aufstehen, mit dem Hund rausgehen, 8-19 Uhr ins Büro meines Mannes, Haushalt nach Plan und aus Zwang natürlich mich um mich selbst kümmern, waren mein Ablaufkorsett in das ich mich hineinzwängte. Ich wollte alles richtig machen, vieles habe ich auch mit Sicherheit richtig gemacht. Ich habe die Stabilität wieder, habe eine große Veränderung durchgemacht in dieser Zeit, bin die Gleiche geblieben, nur völlig anders.
Und jetzt plane ich einen Urlaub. Jawohl, ich lasse endlich los. Dieser Monat, ohne dem Kinderwunsch aktiv nachzugehen entspant mich unglaublich, denn diesen Monat habe ich so losgelassen.
Ja, ich lasse mein Kind gehen, ich gehe ohne Trauerbaby in den Urlaub, ich bin frei und ungebunden, so mein Gefühl. Diese kleine Seele die ich in meinem Herzen trage, halte ich nun nicht mehr verzweifelt fest, ich kann sie loslassen in der Hoffnung, dass sie dennoch bei mir bleibt. Aber weil sie es will, nicht weil ich sie an mir festkette. Ich habe so viel über mich als Mama gelernt und ja ich betone immer wieder: Ich BIN Mama. Ohne Wenn und Aber. Mein Trauerbaby macht vielleicht nicht in die Windeln, aber wir haben so irgendwie schon genug schei* am Bein....
Ich bitte euch Mama, seid sensibler, eine Sternen-Mutter unterscheidet sicht nicht von anderen Müttern, wir haben Kinder wie ihr sie habt, nur eben anders. Aber ihr seid es die bei uns mitredet,  es gut mit uns meint im Fall der Fälle obwohl ihr es nicht nachfühlen könnt, also dürfen wir auch bei euch, ok?


Dienstag, 25. April 2017

Sternenmamas halten zusammen

Erschreckend wie viele neue Sternenmamas im Moment dazu kommen. So viel frisches Leid, so viel Tränen, so viel zerbrochene Herzen, wenn ich könnte würde ich jeder einzelnen diesen Schmerz abnehmen, den doch niemand fühlen sollte!
Im Herzen bin ich bei euch, bewundere euch für eure Stärke, grade bei den Mamas die noch nicht im körperlichen Sinne reif für die Gebrut waren und nun diesen Einleitungskampf gewinnen müssen bis der Körper loslassen kann, was eigentlich noch nicht zur Geburt freigegeben war.
Es macht mir bewusst wie viel Glück ich mit meiner Blitzgeburt hatte, auch wenn es mit Sicherheit daran lag, dass ich schon eben in der Zeit war für eine normale Geburt und meine Hebamme meinen Muttermund mit Globuli weich gemacht hatte.

Seid euch gewiss, ihr seid niemals alleine, wir Sternenmamas halten zusammen, wissen was wir fühlen dürfen, müssen und sollen. Wir sind füreinander da, wir sind stark für euch wenn ihr selber es nicht seid, seien könnt. Wie dankbar bin ich im Moment diesen Weg bereits hinter mir sehen zu können,mein Schmerz ist im Gegensatz schon sieben Monate alt und bekommt Zähnchen und beißt auch mal zurück wenns ihm zu viel wird.

Was kann ich für euch tun? Die ihr da draußen um jeden Zentimeter der Muttermundöffnung und der Eröffnungswehen kämpft, obwohl ihr nicht wollt.
Ich kann euch sagen, dass ihr es schaffen werdet! Diese Liebe zu eurem Kind ist bedingungslos, ihr nehmt da eine Liebe mit, die eine normale Mutter niemals spüren wird, eine Liebe die weit über das Leben hinaus geht! Ihr gebärt die Sterne die die Nacht erhellen, sie so unendlich magisch und schön machen!
Vielleicht denkt ihr euch, pfff ich hätte die Art von Liebe lieber niemals spüren wollen und wäre bei der normalen Mutterliebe geblieben und ihr habt recht! Wären wir alle, aber wir haben keine Wahl mehr. Also klammert euch an jeden positiven Satz der halbwegs Sinn für euch macht! Denn er wird euch tragen, wenn ich euch selber nicht mehr tragen könnt. Ein schlauer Mensch sagte mal: " Das Problem ist nicht das Problem sondern der Umgang damit." Und es stimmt.
Ja, niemand hat euch gefragt ob ihr das wollt, es ist der vollkommene Kontrollverlust was da passiert und es ist mitunter das schlimmste Gefühl und es ist nicht beschreibbar, nur wir Sternenmamas wissen wie es sich anfühlt. Aber in diesem ganzen Chaos bleibt euch die Entscheidung wie ihr damit umgehen wollt.  Denn die Entscheidung wieder den Kopf zu heben nach einer Weile die liegt bei euch, die kann euch keiner abnehmen.
Ihr werdet so viel stärker aus dieser Tragödie rausgehen, als ihr es euch jemals vorstellen hättet können! Ihr seid der Phönix aus der Asche, ihr werdet niedergebrannt vom Leben aber ihr werdet wieder aufstehen, schöner und stärker als je zuvor! Seid stolz auf das was ihr da geleistet habt!
Jede Sternemama weiß um diese unendliche Kraft und wir sind hier. Wir sind nicht nur eine Statistik von etwas, dass keiner hören möchte, wir sind die Überlebenden nach dem Sturm! Wir sind real und wir sind so viele!

Ich bin im Herzen fest bei jeder einzelnen von euch, besonders aber im Moment bei der kleinen Fine!
Du und deine Mama ihr werdet das schaffen! Du bist bereits auf deinem Sternchen da oben angekommen, du leuchtest deiner Mama den Weg, du bist wunderschön, ihr alle seid wunderschön.
Papa Mond passt auf euch auf da oben, erstrahlt die Nacht, wir Sternenmamas lieben euch so wie ihr seid, so fern und doch näher als alles andere.
Bitte, liebe frischgebackenen Sternenmamas zerbrecht nicht an diesem grausamen Anfangsschmerz! Ihr könnt ihn verwandeln, mit ihm arbeiten, ihr habt nun ein Trauerbaby, ihr dürft  und müsst euch darum kümmern und ich bin gerne bereit jederzeit für euch da zu sein!

In unendlicher Liebe für jede Sternenmama und jede Sternenmama die da noch kommen mag! Wir sind hier, wir sind da, wir halten zusammen!






Montag, 17. April 2017

Ostern als Neugeburt?

Karfreitag war zugegeben ein blöder Tag. Ich habe das Goldstück unglaublich doll vermisst, Ostern, da hätte sie doch ein Ei anmalen sollen, ihr erstes, zusammen mit ihrer Nichte. Geht aber nicht. Trotzdem war mir einfach alles zu viel. Genervt von der Eileiterschwangerschaft, der Tatsache, dass das Goldstück nicht da ist, habe ich daraufhin beschlossen den Kinderwunsch die nächsten Monate erst mal auf Eis zu legen und mich ganz auf mich und nur auf mich zu konzentrieren. Eisprungsanzeichen deuten und hibbeln -bis bald, ich bin erst mal raus.
Unpraktische aber schöne Oberteile die rufen: "Ich habe kein Kind an der Hand!!", ziehen mich im Moment magisch an.
Und dann kommt die Figur.... Das Spiegelbild. Ich mag mich, aber ich habe zugelegt. Von den ehemals 68kg ist nichts mehr zu sehen. Ich hatte kurz vor meiner ersten Schwangerschaft durch Fasten viel an Gewicht verloren und war so stolz auf meinen Körper. Dann hat mir die Schwangerschaft nicht nur die Figur wieder genommen sondern auch mein Baby und jetzt steh ich da.... Ich gebe zu, Essen hat mich in letzter Zeit getröstet. Warm, weich und lecker hat es das Gefühl der Leere immer zeitweise genommen. Noch bin ich nicht sonderlich übergewichtig bei einer Größe von 1,72 aber der Weg in diese Richtung ist definitiv der Falsche.
Nun soll also alles auf Anfang gestellt werden. Fasten bedeutet für mich ein Neustart, eine Wiedergeburt des eigenen ichs. Die Aufmerksamkeit wird nach innen gerichtet, der Körper verarbeitet und bearbeitet nicht. Ich habe mich beim letzten Fasten sehr wohl gefühlt und dieses Gefühl suche ich wieder. Ich habe mich dennoch davor gedrückt die letzten Monate. Zu groß der Gedanke, dass doch aber vielleicht der nächste Zyklus DER Glückszyklus sein könnte.
Mit der Eileiterschwangerschaft ist der Bogen für mich persönlich jedoch erst mal überspannt. So möchte ich momentan kein weiteres Kind bekommen, nicht schwanger werden. Erstmal wieder muss ich nun mit mir körperlich ins Reine kommen, denn meine Seele und mein Körper sind im Moment einfach nicht eins und das ist falsch.
Dann hatte ich Angst, dass Fasten vielleicht zellteilungsgestörte Eizellen "ausmistet" und somit Gendefekte oder so etwas beeinflussen. Nach Gesprächen mit Humangenetikern und anderen Ärzten bin ich davon wieder abgerückt und höre auf mein Gefühl. Ostern endet also für mich mit einer eigenen kleinen Neugeburt. Eine Art der eigenen Wiederfindung. Die Wahrnehmung verbessern, regenerieren, arbeiten, aber auch mal faul sein, Sport machen, sich und anderen gut tun.... Danach werden wir weitersehen... In meinem Kopf ist eine bestimmte Zahl die ich erreichen will.
Selbstverständlich geht es hierbei auch um Kontrolle die ich zurück haben will. Denn die stille Geburt, der Fetozid, die Trisomie18 und die Eileiterschwangerschaft sowie der Kinderwunsch entzogen sich jeder Kontrolle. Ich konnte es nicht beeinflussen, hatte keine Kontrolle. Nein, zum Kinderwunsch in den nächsten Monaten und ja, zum Fasten, gibt mir die Kontrolle wieder, denn ich kann wieder entscheiden.
Auf also in einen neuen Abschnitt, ein neues Abenteuer, ich bin sehr gespannt was die nächsten Wochen bewirken, ob ich genug Willen dafür habe.... Es bleibt spannend für mich. 🌅⏰🔜

Donnerstag, 13. April 2017

traditionell ausgeflippt - Dinge die ich von meine Tochter lerne

Einerseits bin ich ja sehr traditonell eingstellt was Werte belangt, Heimchen-am-Herd-Heimatfilme-Fantasien könnten mich da bereits verraten haben. Andererseit bin ich bei gewissen Dingen total offen um es mal ganz hipp zusagen "voll ausgeflippt" oder bin ich damit schon wieder out und es müsste "fly" heißen? Hm.. lassen wir das.
Werte jedenfalls bedeuten mir eine Menge, meine Familie die ich mir grade aufbaue bedeutet mir eine Menge! Zusammenhalt und Ehrlichkeit, sowie Loyalität und  Vertrauen sind Grundpfeiler in Beziehungen die ich eingehe. Ist das nicht vorhanden, wird das nichts mit mir. Konnte es noch nie, denn ich bin misstrauisch. Wenn ich jedoch mein Herzchen öffne, dann hat der andere verloren, denn drinnen ist drinnen und kommt dann raus, dass ich falsch lag, kann ich es einfach nicht glauben. Ehrlich, ich bin treu-doof, ich kann mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen, dass jemand sich geändert hat oder aber einfach ein unerkanntes Arschgesicht war.
Passiert ist mir dies zum Glück bisher nur einmal und da war ich ein Teenager und hätte die Anzeichen deuten können, wollte ich aber nicht.

Zu diesen besagten Werten gehört auch meine Ehe. Ohne Ehe keine Kinder. Dabei ist mir nicht mal wichtig ob es eine Ehe auf dem Papier ist oder aber ein gefühlte Ehe, mir geht es um die traditionellen Werte einer Ehe. Heutzutage heiraten viele, denn sich scheiden zu lassen ist verdammt einfach. Aber für mich bedeutet eine Ehe tatsächlich für immer. Selbst wenn ich dich hasse, bleibe ich bei dir und arbeite solange an mir und du an dir und wir an uns bis wir wieder funktionieren und ich dich liebe. Es heißt: "Ich habe mich entschieden, aus dem tiefsten Inneren meine Herzes und meines Hirns.".
Keine: "Alles klar, im Moment läufts super, lass mal heiraten, an morgen denke ich nicht, wenns schief geht, gehts schief, ich bin eine moderne Frau und kann mich scheiden lassen!"-Nummer, die gibt es bei mir nicht. Ich habe diesen jemand mit all seinen Fehlern geheiratet und nicht nur seine tollen und positiven Seiten und umgekehrt ist das genauso. Nicht nur ich habe mich ja auf Lebenszeit verpflichtet den anderen zu ertragen sondernd er ja andersrum auch (und ich bin, wie so die meisten Frauen auch nicht immer total einfach).
Die Liebe muss auch  gar nicht immer taufrisch sein, sie kann mal einen Durchhänger haben. Mal liebt man sich eben weniger und das ist okay solange man bereit ist, sich jederzeit wieder neu in den anderen zu verlieben.
Eine Liebe in der Ehe wandelt sich, wie die Menschen auch. Eine wirken mit 30 bereits wie Urgroßeltern und Urgroßeltern können wiederum wie 30 wirken und frisch und lebenslustig und aufgeschlossen sein. "Wir haben es nicht geschafft.", in einer Ehe, bedeutet ein Stück weit auch: "Wir waren nicht bereit dazu es zu schaffen.". Für denjenigen der die Entscheidung trifft ist es vollkommen richtig, grade dann wenn die Ehe mit dem Herzen geschlossen wurde und vielleicht nicht mit dem Hirn zusammen. Dann bekommt man eine neue Chance sich einen Partner zu suchen wo Herz und Hirn: "JA!!!" brüllen.
Deswegen finde ich sollte eine Ehe entstehen (ob auf dem Papier oder nicht, vollkommen Wurst- für die Vegetarier Käse) bevor Kinder entstehen. Für Kinder sollte man sich mit Herz und Hirn entscheiden, finde ich. Denn spätestens dann wirds doch haarig, wenn man den oder die Falsche erwischt hat. Kinder verändern die Beziehung grundlegen und ja, da hört meine Erfahrung auf, ich weiß nur wie es sich anfühlt eine Ehe mit einem Sternenbaby zu führen. Das zumindest fühlt sich sehr gut an, denn so etwas zusammen durchzustehen ist wirklich nicht leicht. Manchmal guckt man den anderen an und sieht das Goldstück, das tut weh. Manchmal kommen Gedanken, dass wenn man den anderen nicht kennen gelernt hätte, man niemals dieses Leid durchmachen hätte müssen. Eine Trennung wäre so oft so viel leichter gewesen, aber dann stand da auf dem Grunde des Ehehauses  dieses massive Fundament, unkaputtbar, gemacht um alles zu überstehen.
Auf dieses Fundament können wir bauen, Luftschlößer, Steinbungalows, Blockhütten, Fertighäuser und Stadtvillen, wir können ausgeflippt sein, denn wir haben eine Basis die uns hällt.
Ausgeflippt oder eben anders kann eine Ehe trotz traditioneller Werte allemal sein. Ein Beispiel?
Ich sehe es nicht zwangsläufig als Pflicht an, dass mein Mann mich mein ganzes Leben lang als einzige sexuell begehrt. Sollte er mal mit 45  tierisch Bock auf eine rassige, spargeldürre Rothaarige haben, bitte. Für was gibt es Freudenhäuser? Das haben wir besprochen, wenn einer mal Bedürfnisse hat, dann sprechen wir darüber und wir werden eine Lösung finden. Die Leute die es wissen, halten das für verrückt, aber ich finde es nicht schlimm und es war sogar meine Idee.Für mich ist es eine Dienstleistung, die Olle wird bestimmt danach nicht anrufen und ihn mir ausspannen wollen, so viel ist sicher. Es ist ein Bedürfniss was befriedigt werden würde, wenn es denn auftritt.
Etwas völlig anderes wäre eine Affäre für mich, geistige Bindung an eine andere Frau wäre der Inbegriff  der totalen Zerstörung für mich. Alles woran ich glaube, würde zerstört werden und das weiß mein Mann. Es gibt nichst worüber man nicht mit mir reden kann. Dieses Wissen möchte ich auch an meine Zukunftskinder geben.
Ich mache mir viele Gedanken darüber wie ich als Mama gerne sein möchte, über meine eigene Kindheit und Werte und Normen die mir wichtig sind. Frei, wild und verrückt kann man irgendwie ja nur sein, wenn man einen Papa auf einer Tackatuckainsel hat, der einem einen Koffer Gold schickt und das in regelmäßgen Abständen. In anderen Worten: Sicherheit. Kinder können, so stelle ich es mir vor, nur dann wirklich loslassen, wenn sie sicher sind aufgefangen zu werden. Dazu gehört die Grenzen zu kennen, die eigenen und die des anderen. Klettere ich 100 m hoch, dann weiß ich, dass es schwer wird mich zu fangen, klettere ich aber an der gemeinsamen Grenze und kenne deren Wert, dann werde ich gefangen, egal von welcher Stelle ich falle. Meine Kinder sollen in dieser Welt normal werden. Das reicht mir. Sie sollen Kinder sein, sie müssen nicht Mandarin beherrschen mit 5 Jahren, Geige, Cello und Zitter (voll retrooo) spielen und ein Virtuose der frühkindlichen Medienbeherrschung sein. Sie sollen wissen, wir sind da, als Mama und Papa,als Basis. Auf uns können sie all ihre Luftschlösser bauen, wenn es zusammen bricht sind wir da,fangen auf, selbst wenn wir ihnen gesagt haben, dass es nicht hält. Vertrauen in die eigenen Fehler und das Vertrauen etwas richtig falsch machen zu können, daraus zu lernen. Ein Gefühl für Werte entwickeln, sich an sich selbst reiben und entwickeln. Das sind die Dinge die mir als Mama wichtig sind, glücklich zusammen wachsen als Familie, zusammen wachsen und zusammenwachsen. Ich will gar keine perfekte Mama sein, ich will schließlich keine perfekten Kinder, ich möchte liebevolle Kinder und eine liebevolle Mama sein. Was bringt mir Perfektionismus wenn die Liebe oder Wärme fehlt? Vier Wände und ein Dachen ergeben schließlich auch nicht einfach so ein Zuhause.
Darüber wie ich als Mama sein möchte, habe ich mir vor Goldstück keine Gedanken gemacht, ich wäre einfach Mama geworden, statt bereits eine zu sein. Meine Tochter bringt mir so viel bei, so viel über mich und das Leben als Mama. Dinge, die ich ohne sie vielleicht niemals gelernt hätte und ja bei dem Gedanken platzt mir die Brust fast vor Stolz, denn da ist sie, nur ein Wimpernschlag entfernt und hängt wie ein kleines Affenbaby an meinem Herz. WIr sind eine ganz normale kleine Familie, mein Mann, mein Hund, meine Tochter und ich, auch wenn unsere Tochter für viele Augen nicht sichtbar ist.

Dienstag, 11. April 2017

Stark sein kann nur wer Pausen macht

Und getreu dem Motto brauche ich nun wieder ein Pause, muss langsamer machen, mich selber wieder bei der Hand nehmen und festhalten. Rote Ampeln heißen "Stopp, bleib stehen!".
Ich persönlich liebe Ampeln, ich weiß nicht wie viel Kilometer ich an Umwegen schon drauf habe nur um eine Straße an einer Ampel überqueren zu können. Ich habe Angst vor Straßen, keine Ahnung warum, aber es ist sehr anstrengend mit mir einfach über eine Straße laufen zu wollen... Selbst mein Göttergatte nimmt mich mittlerweile bei der Hand und zieht mich mit rüber, sonst bleibt Mutti nämlich wie ein sturer Esel stehen und guckt erst mal drei mal nach links und nach rechts und traut sich dann doch nicht. Schließlich könnte im nächsten Ort vielleicht grade ein Auto losgefahren sein.
Ja so ist das mit mir! Sicherheit, überall suche ich Sicherheit und dass es beim Kinderwunsch und Schwanger werden und Schwanger bleiben keine Sicherheit gibt, ja, das nimmt mich mit.
Im Moment habe ich einen kleinen Durchhänger, seit Monaten basteln wir am Zukunftsbaby rum und es will einfach nicht klappen. Dann denke ich mir, okay, dass es die Monate direkt danach nicht geklappt hat war okay. Vertraue deinem Körper, wenn er soweit ist, wird das wieder was. Um mich herum werden gefühlt alle schwanger nur ich bleibe auf der Strecke.
Dann war da plötzlich dieser zweiter Strich, zart, dünn und rosa und mein Gefühl sagte mir: "Sorry, nein, dass war nichts." Und ich habe meinem Gefühl vertraut, denn es hat mir  bei Goldstück auch das Richtige gesagt, nur habe ich mich beeinflussen lassen. Diesemal bin ich direkt zum Frauenarzt und habe gesagt, dass ich schwanger bin aber etwas nicht stimmt. Und so war es auch, Eileiterschwangerschaft. Ich weiß, dass das passiert, es gab eine Art Pille danach, die löst starke Abbruchblutungen aus und gut ist. Aber verdammt nochmal, es ist doch nicht fair! Nun sitze ich hier, fühle mich wie beim Schächter und grummel vor mich rum. Der direkte Plan danach war sich bei der Sesamstraße als Rumpel anzumelden: Leben in der Tonne, permanent mies gelaunt und wirklich JEDEN anraunzen,.. voll mein Ding grad.
Und dann ärgere ich mich, denn alle negativ Gedanken bringen mich nicht voran, verbittern einen. Die Frage nach dem WARUM, die ist der schlimmste Feind, dass verspreche ich euch, denn es wird keine Antwort darauf geben, warum wir, warum dieses Kind, warum kann danach nicht alles gut werden.
Aber es nervt mich, ich könnte doch auch vollkommen anders damit umgehen, aber nein, ich arbeite hart um mich nicht unterkriegen zu lassen, finde selbst im schlimmsten Schlammloch irgendetwas was mir gefällt und  mich aufheitert und dann das. Keiner kann mir glaubhaft erklären, dass er dabei so etwas wie Gerechtigkeit gibt.
Was mir hilft ist reine Beschränkung auf die Fakten. Ich bin eine Frau. Ich bin 26. Gebährfähig, denn ich war bereits auf natürlichem Wege schwanger. Mein Kind hatte einen genetischen Defekt, das passiert. Genmutationen sind Sprünge der Natur, nicht schlecht und nicht gut, nur eine Anomalie die die Natur eben hervorbringt. Auch der aufrechte Gang ist eine Mutation. Würde Trismoie18 langens Leben und Superkräfte bedeuten würde sich kein Mensch beschwerden. Aber Mutationen sind eben da und sie sind letztendlich der Sache der Entwicklung dienlich. Trail and Error. Eine Eileiterschwangerschaft kommt vor. Das ist nicht vollkommen ungewöhnliches und steht in keinem Zusammenhang. Es ist keine richtige Schwangerschaft. Sie muss in jedem Fall sofort beendet werden.
Die Eileiterschwangerschaft belastet mich nicht wirklich, ich zähle sie nicht als Schwangerschaft, es geht trotzdem seinen normalen Gang und mein Mann weiß nicht mal was davon. Was würde ihm dieses Wissen bringen und Mitleid wo kein Leid ist brauche ich nicht.
Aber ich bin angefressen. Von meinem Wunsch nach einem Kind. Von den Umständen. Es nervt mich und ich brauche eine Pause. Ich will ein Wein trinken können ohne darüber nachzudenken. Ich will Sport machen ohne den Gedanken ob es sich lohnt, das Studioabo wirklich zu verlängern, weil man KÖNNTE ja schwanger werden. Miteinander schlafen weil es grad günstig ist, statt miteinander zu schlafen weil man es gerne möchte.
Ich wollte eh nie ein Winterbaby haben also setzt ich mich jetzt einfach hin, lehn den Rücken gegen die Ampel und lasse sie grün und rot werden. Mir egal, sollen andere über die Straße gehen. Ich nicht, ich mach jetzt Pause und mal was für mich und zwar nur für mich und nicht für den Kinderwunsch. Amen.

Donnerstag, 6. April 2017

Stark aus einer stillen Geburt gehen

Ich empfand meine stille Geburt als sehr schön, dass muss ich euch nicht nochmal erzählen. Nie hat man jemals im Leben so eine Chance, Gelegenheit, Zeit sich selber kennen zu lernen. Man bringt irgendwie sich selbst, seine Ängste, seine Träume neben seinem Kind mit auf die Welt. Man wird neu geboren, denn das alte Selbst gibt es danach nicht mehr. Was ist man für ein Mensch, wie geht man mit dem ganzen um, wenn das Kind still zur Welt kommt?
Es hilft manchmal in einer Phase der traurigen Klarheit in die Vogelperspektive zu wechseln. Was ist da überhaupt passiert, wie sitze ich da unten, welche Gefühle gehören zu mir und welche sind einfach übergeschwappte Trauer.

Ich musste mir eingestehen, dass meine eigene Trauer irgendwann besser wurde und ich mich dem Leben wieder öffnen wollte, dies aber für unangebracht hielt.
Als frischgebackene Sternenmama steht man unter Beobachtung, manchmal mehr als eine frischgebackenen Nicht-Sternenmama. Wie gehen wir damit um? Heulen wir? Vernachlässigen wir uns? Sind wir gefährdet? Zerbricht die Beziehung? Lachen wir etwa?
Ich habe mich dem entzogen, indem ich einfach gar keinen gesehen habe außer meiner Hebamme und meinem Mann. Für mich war das Schutz den ich brauchte.
Ich saß viel auf der Couch und habe die Punkte der Raufaser betrachtet, immer und immer wieder. Habe stur immer wieder die gleichen Folgen einer Serie geguckt. Es gab mir Sicherheit. Die Serie verlief, selbstverständlich, immer gleich, war für mich beständig in der immer gleichen Abfolge von Sätzen und Bildern. Die Raufasertapete genauso. Der Mensch neigt dazu Muster zu bauen oder diesen zu folgen. Das Gehirn vervollständigt permanent eigentlich alles was es sieht. Kleine Auslassungen ergänzt es sinnvoll von ganz alleine. Muster beruhigen das Gehirn, lassen es runter kommen, helfen ihm. Wir sind dazu geboren in Mustern zu Leben, es heißt nicht umsonst auch Verhaltensmuster. Achtet mal drauf, überall sind Muster, Verhaltensweisen, sprachliche Muster, Spinnennetze, Bienewaben, Eiskristalle, Musik, Fingerabdrücke,...

Meine Gedanken haben sich in dieser Sucht nach Mustern verselbstständigt und irgendwann habe ich mich selber wie einen besonders seltenen Schmetterling betrachtet. Fasziniert davon wieviel Farben der Verlust meiner Tochter hat.
Etwas kaputte Flügel hatte dieser seltene Schmetterling, aber die hat mein Hirn als Muster einfach wieder ganz gemacht. Da waren so viele Gefühlsnuancen, fein differenziert. Es gibt so viele Arten von Gefühlen die man fühlt: Schmerz, Wut, Glück und Liebe und viele mehr.  Gefühle die man nach einer stillen Geburt alle hat. Ich habe die Nuancen der Gefühle dann mal grob nach Kategorien rausgefiltert:

Einmal natürlich die Vernichtung, die sehr dunkel ist, klebrig, sumpfig, betäubend, schmerzhaft.
Es kommt wenig Licht zu ihr, wie schwere, alte Kellergemäuer die über dir zusammen brechen. Wirst du nicht von Schutt und Asche begraben, nimmt dir eben der Staub die Luft zum atmen, du hast das Gefühl das Leben ist so viel weiter weg.

Dann die Berauschende, gleißend, blendend, windig kommt sie daher, vermeintlich hell erkennst du endlich etwas und lässt  dich in all der Dunkelheit natürlich darauf ein. Aber sie reißt dich mit, unterwirft dich, entzieht dir die Kontrolle.
Berauschenden Gefühlen kannst du nicht viel entgegensetzen, sie überkommen dich, ein wilder Ritt auf einem ungezähmten Pferd, ein Rausch aus Substanzen die du weder kennst noch wirklich verträgst. Der Fall kann tief werden aber in dem Moment ist egal, es ist die pure Vorstufe der Vernichtung.

Die Leise,... ihre Farbe ist unwirklich, nicht greifbar, sie ist etwas lähmend, verzögernd, unverständlich. Wie ein Glimmen in einem wirklich, wirklichen tiefen See mit eiskaltem Wasser. Wie ein starkes Schmerzmittel, du weißt da ist etwas, eine tiefes Gefühl, kommst aber nicht dran. Es macht dich nicht glücklicher, nicht zufriedender, aber eben auch nicht unglücklicher oder wütender, sie lässt dich wenigsten einigermaßen funktionieren. Atmen und die wichtigtsen Alltagsarbeiten lassen sich erledigen.


Dann ist da noch die Beständige, nichts besonderes, weder aufbauend noch niederschmetternd, eine Konstante, die man kennt, der man vertrauen kann. Warme, dunkle Farben aus Samt. Mit beständigen Gefühlen kann man gut leben, man lernt sie kennen und mit ihnen umzugehen, sie verändern sich nicht groß, brauchen aber eine Weile bis sie ihre endgültige Form angenommen haben. Oft denkt man die Gefühle seien beständig obwohl sie es noch gar nicht waren. Es ist das Gefühl was bleibt, wenn alle anderen weg sind, sie sind am Grunde.


Fehlt noch die Kreative. Meine liebste Form von Schmerz, Wut, Glück oder Liebe. Bunt, mit schönen Farben, nicht zu grell, nicht zu schwach und immer wieder neuzusammensetzend. Das Kaleidoskop unter den Gefühlen. Sie überwindet, bringt in Gang, reapariert, ist ein Arbeitstier, verarbeitend. Ihr wollte ich mich nähern, mich ihr öffnen.

Ich habe gemerkt, dass ich nicht hilflos einfach ausgeliefert bin, wenn ich mir selber zuhöre, ich kann eine Wahl treffen. Ich kann aktiv werden, dafür sorgen, dass sich mein Leben mir anpasst und nicht ich mich dem Leben. Das war mein gedanklicher Befreiungsschlag. Die Kreativität strotzt im Elend nur so vor Kraft, so geht es mir jedenfalls. Bin ich glücklich mümmel ich eigentlich am liebsten irgendwo mit einem Buch statt selber etwas in Gang zu setzten.
Was nach der stillen Geburt mit mir passierte war wie eine Kernschmelze, die Atome habe sich verbunden. Untrennbar, ich und meine Tochter. Eine Verbindung weit über das Leben hinaus. Den Tod besiegend.  Eine ungeheure Kraft wurde frei, ich stehe unter Strom und bin auf die Halbwertszeit gespannt. Zerfalle ich? Irgendwann mit Sicherheit, unsterblich ist keiner, die Frage ist nur wie ich bis dahin mein Leben gestalte.
Als ich schwanger wurde, habe ich es als Chance gesehen, wollte die 3 Jahre Elternzeit nutzen um mich neu zu orientieren. Mit Kind. Nun mache ich genau das, ich orientiere mich neu, mit Kind, meiner Sternentochter.Ich dachte erst, dass ich um diese Neufindung betrogen wurde, passiv, es wurde mir zugefügt. Aber Neufindung geht von mir selbst aus, aktiv. Meine stille Geburt ist mein Kraft- und Ruhepol. Wann immer ich das Gefühl habe, dem ganzen nicht gewachsen zu sein, denke ich an die Geburt von mir und meiner Tochter zurück. Diese unbändige Kraft, diese nicht enden wollende Liebe! Das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Stärke. Ich kann es nicht anders beschreiben, ich bin erwacht, ich bin ich, ich bin neu auf die Welt gekommen, ich hatte mein eigenes Herz in den Händen als ich meine Tochter im Arm hatte und sie hat es mir wieder eingesetzt.
Ihre kleine Hand konnte ich nicht lange genug halten, aber mein Herz hält sie für immer.
Selbstbestimmt Leben ist nichts was man erlernen kann, man kann nur angeleitet werden auf dem eigenen Weg der Erkenntnis. Das eigene Lebensmuster zu entdecken ist sehr spannend und erfordert Mut. Es bedeutet Vetrauen in sich zu setzen, auch dann wenn es kein anderer tut. Entscheidungen zu treffen die andere nicht verstehen können, aber das ist okay, denn wir können die Lebensmuster der anderen nicht sehen oder nur die allerwenigsten.
Ja, so seltsam es klingen mag, ich ziehe eine wahnsinnige Kraft aus der stillen Geburt, denn eine stille Geburt verschiebt den Fokus. Da ist kein Kind, da bist nur du mit dir alleine wenn du die Augen zu machst. Nur du. Was machst du?  Gehst du unter oder schwimmst du? Kämpfst du oder verlierst du? Und los.

Sonntag, 2. April 2017

Gedanken, Gefühle und ein bisschen Kinderwunsch

Tot sein.... Gestorben sein.... Für mich gibt es da einen großen, gefühlten Unterschied. Vielleicht denkt man sich im ersten Moment:"Halt, Stopp mal, ist doch dasselbe....ist doch gleich....?". Mein Linguistenherz fängt an zu hüpfen und möchte rufen, dass das Gleiche und dasselbe eben nicht gleichbedeutend sind, mein Hirn sagt, ich soll die Klappe halten.
Mein Tochter ist zwar tot, aber nicht gestorben für mich. Rein vom faktischen ist bzw. "wurde" sie gestorben durch den Fetozid, klar, aaaaaber....
Für mich bedeutet "tot sein" nicht mehr physisch hier zu sein. Ich kann sie nicht optisch sehen, nicht anfassen, riechen oder ihr einen Kuss geben. Es heißt aber auch, dass andere einen vermissen, an einen denken, man Erinnerungen hinterlassen hat.
"Gestorben sein" ist hingegen doch irgendwie anders für mich. Wir sagen nicht umsonst: "Du bist für mich gestorben.", wenn wir eigentlich meinen, dass wir nichts mehr mit dem anderen zu tun haben wollen, ihn vergessen möchten, aus unserem Leben und unseren Erinnerungen, zumindest aus den schönen, streichen wollen.
Goldstück ist also nicht gestorben auch nicht für mich, wenn dann schon bitte DURCH mich, für die Leute die mich so schrecklich gerne als Kindsmörderin betrachten. Ja.. Buh! Erschreckt? Ihr seid ahnungslos und für mich auch recht hirnfrei, bitte da habt ihr's. Und wenn ihr so weiter macht, dann hetz ich euch den lieben Gott auf den Hals, der kann die Leute ganz wunderbar krank machen, in seiner unendlichen Weisheit, wie man an meiner Tochter sehen kann. Also seid lieber mal so nett und freundlich wie es euch gepredigt wird, sonst wird der Große da oben euch vielleicht auch dissen, mobben, keine Gnade zuteil kommen lassen.
Entschuldigt den kleinen schriftlichen Ausraster, aber es musste mal gesagt werden, dank einigen sehr gemeinen, trotzdem vermeintlich christlichen Menschen, die fiese Emails schreiben.
So jetzt habe ich den Faden verloren... Dumm gelaufen, wäre ich mal tiefenentspannt geblieben!😝
Wie auch immer, Goldstück ist super, Mama hat ganz viele Erinnerungen an dich und du bist tot, nicht gestorben, keine Angst kleine Maus!
Da ich den Faden verloren habe, noch ein anderes Thema ansprechen wollte, selbstverständlich, komme ich zum Thema Kinderwunsch. Da wurde ich gefragt wie denn der Zwischenstand wäre. Kurz um, wir sind dabei, ich mal mehr, mal weniger frustriert, wenn die Tage kommen, aber ansonsten deutlich entspannter. Bei mir ist nun körperlich und emotional alles so wie es sein sollte und darüber freuen wir uns. Am Anfang habe ich Kinderwunschtee getrunken, der mir aber nichts gebracht hat. Ich öle mir ab und an den Bauch mit einer eigenen Mischung aus ätherischen Ölen ein und diesen Zyklus haben wir es mal mit Ritex versucht. Soll die Schwimmerchen ja schützen und unterstützen was Haltbarkeit und DNA betrifft. Jetzt heißt es warten, aber ich glaube nicht, die letzten Monate war's schließlich auch kein Treffer. Und ohne Erwartungen trifft's einen auch nicht ganz so hart, wenn es mal wieder ein Satz mit X war.
Achso, ja, ich nehme natürlich trotzdem Folsäure, B-Vitamine und Eisen nehme ich auch, weil dort ein Mangel festgestellt wurde und es wohl wichtig bei Kinderwunsch ist. Das ich Eisenmangel habe wundert mich allerdings nicht, erst die Geburt, dann habe ich jeden Monat das Gefühl zu verbluten und dann die permanente Blutabnahme wegen der Schilddrüse (da muss ich gleich wieder hin😫 ich hab doch so Angst vor Nadeln ....😖).
In diesem Sinne, einen super Wochenstart und tut euch was gutes! 😘 ich heule jetzt ganz erwachsen die Arztpraxis zusammen bei der Blutabnahme!💪💉😿

Samstag, 1. April 2017

20 facts about me ;-)

Einige die mir so lieb per Email schreiben, wollen ja gerne mehr über mich wissen.
Ich kann das verstehen, ich will auch immer gerne wissen mit wem ich es da zu tun habe:
Also hier einige Fakten über mich:

1.: Ich bin am 02.09.1990 geboren um Punkt 12 Uhr Mittags. Eigentlich also ein Sonntags-Sonnen-Glückskind.

2.: 26 Jahre und 7 Tage später am 09.09.2016 bin ich Mama vom Goldstück geworden, meinem Sternenmädchen

3.: Ich habe Linguistik studiert in Konstanz und nebenbei Grundschullehramt in der Schweiz in Kreuzlingen begonnen, das habe ich aber nur ein Semester durchgehalten und auch recht schnell gemerkt, dass Lehrerin zwar ein schöner Beruf ist, aber die Eltern mich zu sehr nerven, denn jeder Kevin war irgendwie plötzlich hochbegabt. Linguistik habe ich allerdings fertig studiert.

4.: Ich finde es lustig, dass jeder denkt Linguistik sei "Sprachen studieren" und auch Orthographie gehört (leider) nicht zum Lehrplan.

5.: Meine Zeichensetzung ist eher kafkaesk, ich setzte Sinn-Kommas, mit den Kommaregeln stand ich schon immer auf Kriegsfuß.

6.:Meine Abifächer waren Deutsch, Mathe, Französisch und Kunst. Mein mündliches Abi habe ich zum Thema "Organspende" gehalten.

7.: Ich bin ein echtes Frankfurter Würstschä! (Bevor ich dann von meinen Eltern nach Baden-Württemberg verschleppt wurde). Nichts gibt mir mehr Heimatgefühl als echtes Frankfurter-Hessisch.

8.: Ich vertrage kein Alkohol, ein Glas Sekt und ich schlafe ein.

9.: Ich mag Hunde mehr als Menschen!

10.: Ich konnte, meiner Oma nach, bereits mit 4 Jahren lesen. Mit 10 hatte ich bereits die komplette Kinderabteilung der Stadtbücherei durchgelesen, so dass meine Mutter aus Verzweiflung Biografien aus der Erwachsenenabteilung für mich geholt hat, ich war und bin süchtig nach lesen.

11.: Ich war ein introvertiertes Kind und meine Schwester hat eigentlich als Kind immer für mich gesprochen (Gina denkt, Gina meint, Gina will sagen...) War mir eigentlich immer egal ob das stimmte was sie so sagte, hauptsache ich wurde in Ruhe gelassen.

12.: Statt zu reden oder im Mittelpunkt zu stehen, beobachte ich lieber.

13.: Ich töpfere, nähe, sticke, fotografiere und bastel gerne und viel und hätte furchtbar gern ein altes Häuschen mit Bauerngarten und Wiese um es wieder zum Leben zu erwecken. 😍

14.:Um zu verstecken, dass ich traurig oder verletzt bin, werde ich dann oft sehr kalt und provozierend.

15.:Ich liebe Heimatfilme, Disneyfilme und Sissi! Ich wäre echt zu gern eine aus den Heimatfilmen, immer im Kleidchen über die Wiese hüpfen, singen und dann voll romantisch irgendwo ne Kuh melken oder so. Alle lieb, nett und total freundlich und überhaupt..... Früher In Heimatfilmen war alles besser!😜

16.:Ich habe jahrelang kein Fleisch gegessen und auch jetzt esse ich nur sehr wenig, Geschmack und Konsistenz sind einfach nicht meins.

17.:Wir wären ohne das Goldstück noch nicht verheiratet und ich habe meinem Mann nach Goldstücks Tod angeboten, dass er sich scheiden lassen kann, wenn er möchte. Er hätte nochmal die Chance bekommen alles zu überdenken und könnte sein Leben noch mal ganz neu ordnen, ich würde ihm nicht im Weg stehen. Er hat nur gelacht und mich an sich gezogen. Glück gehabt :-D!

18.:Ich fühle und höre viel von den Gedanken und Gefühlen anderer Menschen und weiß manchmal Dinge die ich eigentlich nicht wissen kann. Da ich allerdings mehr auf der Seite "der Wissenschaft" stehe, frage ich mich manchmal ob ich nicht einfach nur bekloppt bin und es halt viele Zufälle sind.

19.:Mir gehen diese Hokospokus-spirituellen-yogamachenden-Esotheriker auf den Geist! Entweder du bist wirklich so oder du lässt es bleiben. Ich habe in meinem ehemaligen Job öfter mit diesen zu tun gehabt und noch nie SO unentspannte Leute gesehen hinter der Fassade.

20.:Ich bin völlig vernarrt in meinen Hund! Ich habe für ihn auf eine geschenkte Karibikkreuzfahrt  verzichtet. Er ist mehr wie ein kleiner Mensch, wahnsinnig intelligent und braucht enorm viel Zuneigung. Er braucht Körperkontakt und schläft neben mir ausgestreckt im Bett. Sein Kopf auf dem Kissen, der Körper unter der Decke. Gott, ich liebe dieses Vieh!

So, da habt ihr sie, die Infos über mich. Das ich gerne gut esse, dekoriere, schreibe und die ganzen Standards hab ich mal weggelassen... Ich mein wer isst schon gerne schlecht, lebt im Dreck und hat einen Blog obwohl er schreiben hasst? 😶 Also nicht erwähnenswert.
Solltet ihr noch mehr wissen wollen, dann fragt. Ansonsten habt einen wundervollen Sonntag ohne zu große Trauer. Fühlt euch gedrückt!

Donnerstag, 30. März 2017

Passt auf euch auf, lasst euch helfen

Schon öfter habe ich euch berichtet, dass ich mich in meiner Rolle als Sternenmama mittlerweile gut eingelebt habe. Ich habe akzeptiert was passiert ist und kann mittlerweile mit ziemlich viel Stolz hoch in die Sterne gucken und denken, was ich doch für eine tolle Tochter da oben habe.
Ob andere mich als Mama sehen ist mir egal, ich bin es und gut ist. Auch damit kann ich mittlerweile sehr gut leben.
Neidisch auf Schwangere bin ich immer noch, aber ich hatte mittlerweile schon wieder öfter selbst mit Hochschwangeren zu tun und was soll ich sagen... ich habe es überlebt ohne danach heimlich irgendwo in Tränen auszubrechen. Ich gehe raus , mein Leben ist wieder erschreckend normal und ich genieße es in vollen Zügen, denn es ist ein Geschenk! Ich weiß, dass es auch ganz anders hätte ausgehen können, dass ich zerbrochen in irgendeiner Ecke einer Einrichtung sitzen könnte und dem Leben keinen Sinn mehr abgewinnen könnte. All das war eine Gradwanderung, ein Seiltanz und für viele Mütter mit dieser Erfahrung ist dies danach traurige Realität.
Ich hatte das Glück, dass ich die Sonne im Sturm erahnen konnte, habe mich an den kleinsten Strahl gehangen und nun steh ich hier im Warmen und bin am Leben.
Meine Wunden die ich davon getragen habe heilen. Was anfangs nur grob zusammengehalten wurde von ein paar Nähten und an vielen Stellen weitauseinander klaffte hat sich verändert.
Ich sage nicht, dass es leicht war. Ich habe viele Stunden damit verbracht diese Wunde zu betrachten. Habe immer wieder kleinste Bereiche zusammengebastelt. War ich an einer Stelle fertig, ist so oft eine andere Stelle wieder aufgegangen. Zum Glück habe ich als Kind gerne gepuzzelt, also habe ich mit Geduld immer wieder von neuem begonnen diese Seelenwunde zusammenzuflicken. Irgendwann hat sich eine zarte Kruste gebildet unter der es alles etwas schneller heilen konnte. Dennoch habe ich mich immer noch täglich davor gesetzt und sie gepflegt. Ihr geholfen, wenn sie gespannt hat, an manchen Stellen schmerzhaft leicht geblutet hat. Irgendwann hat sich die Kruste angefangen zu lösen. Die Wunde untendrunter hatte sich verschlossen, war zur Narbe geworden. Ich hatte noch nie die beste Wundheilung, ich spüre die Narbe, aber ich gehe immer  noch täglich zu ihr, diesem Wunden-Wunder. Sie ist schön, ich betrachte sie als eine Art Kunstwerk, sie gehört voll und ganz zu mir. Sie erinnert mich an das was ich verloren habe aber auch was ich gewonnen habe und wie ich bereits sagte: Es ist okay!
Ich streue etwas Glitzer über die Narbe und winke zum Himmel hoch, guck mein Goldstück, du bist immer noch hier unten bei Mama!

Was ist mit den Menschen um mich? Können sie es auch von sich sagen? Die, die mein Verlust ebenfalls sehr hart getroffen hat?
Tatsächlich habe ich bei einigen nicht den Eindruck. Aber wie auch? Während ich mich mit meiner Trauer und meinem Verlust intensiv beschäftigt habe, waren diese weiter in einer Art Schockstarre, haben mitangesehen wie ich hilflos am Boden lag, K.O. in der ersten Runde, ausgeknockt vom Leben. Ich glaube in ihren Köpfen ist gar nicht angekommen, dass auch sie einen Verlust erlitten haben, den es aufzuarbeiten gilt, denn ihrer Ansicht bin nur ich es die leiden darf. Eine Grenze in ihren Köpfe, haben sie denn nicht das gleiche Recht zu leiden und zu heilen?
Meiner Meinung nach doch und es ist so wichtig. Ich habe den Eindruck, sie sehen gar nicht wie gut es mir heute wieder geht, denn in ihren Köpfen ist einfach nur die Trisomie18, der Fetozid, die stille Geburt, meine Trauer. Nicht meine Heilung, mein Weg durch die Trauer und diese unbändige Liebe zu meiner Tochter. Der Schock, dass mir DAS passiert ist, sitzt bei ihnen zu tief und sie verdrängen ihn, tun so als ob er nicht zu Ihnen gehört. Jeder ihrer Gedanke daran ist wie ein Zusammenzucken in einem Horrorfilm. Die Projektion ihres Schmerzes auf mich ist leichter, lässt den Schmerz, den ich nicht mehr habe, vermeintlich bei mir. Ihnen fehlt mein Entwicklungsschritt, sage ich, dass ich eigentlich wieder ganz glücklich bin, ist das mehr ein kopfschüttelndes, mitleidiges Etwas, denn sie können sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es wirklich so sein könnte. Es ist ein Oxymoron für sie, etwas was sich nicht vereinen lässt, was ich da sage, kann es für sie nicht geben, denn es liegt jenseits ihrer Vorstellungskraft.
Für mich ist das alles greifbarer, klar, mir ist es ja auch passiert. Aber dadurch lässt es sich für mich leichter verarbeiten. Für mich war der Schock real, für sie sureal. Mit Tatsachen und Erlebtem kann man sich auseinander setzten, mit einem Gedankenschock ist das weitaus schwieriger. Wäre es leichter gewesen, wenn sie meine Tochter hätten sehen und halten können? Sich auch real von ihr verabschieden hätten können? Hätte es diesen riesen Schock für sie verdaubarer gemacht?
Es hat Spuren im Leben anderer hinterlassen und das tut mir furchtbar leid!
Ich wünsche mir sehr, dass auch Angehörige besser auf sich aufpassen in so einer Situation, mehr Hilfe bekommen. Für die trauernde Mama und den trauernden Papa ist es definitiv am Schlimmsten aber Ihnen gesteht man so viel leichter zu, dass sie Zeit und Hilfe brauchen dies aufzuarbeiten.
Die anderen wollen zusätzlich stark sein und sprechen es sich ab Hilfe zu benötigen, denn es ist ihnen schließlich nicht selbst passiert.
Doch, es ist ihnen selbst passiert, ihr seid an unserer Seite, ihr habt euch mit uns auf die Babys gefreut und habt es mit uns Sterneneltern verloren. Nicht nur wir Eltern habe hier etwas aufzuarbeiten! Lasst euch helfen, redet darüber was euch und nicht nur uns dabei passiert ist, denn ihr habt definitiv einen Streifschuss abbekommen. Das gilt wirklich für jeden Angehörigen in so einem Fall, nicht nur den Eltern passiert dieses Schicksal auch ihr verliert etwas geliebtes. Keiner sagt, dass ihr die Eltern beleidigt damit, wenn ihr sagt, dass auch ihr nicht mit der Situation zurecht kommt. Niemand glaubt von euch, dass ihr die Bühne des Elends als eure missbraucht. Wir die trauernden Eltern lieben euch für eure Anteilnahme und wollen, dass auch ihr mit einer Narbe weiterlebt, nicht mit einer versteckten offenen Wunde durch das kommende Leben lauft, die sich irgendwann entzündet und so nie heilt. Passt auf euch auf!


Freitag, 24. März 2017

Brief an meine Tochter

Mein Goldstück,
gestern Nacht habe ich wieder von dir geträumt. Ich liebe es zu schlafen, denn im Traum bist du bei mir, besser gesagt, ich bin bei dir. Ich sehe dich, du bist gewachsen und heute Nacht hatte ich dich auf dem Arm. Bin wippend und singend mit dir auf und ab gelaufen und hab das Nasen-Klau-Spiel mit dir gespielt, dass du bei Papa so liebst.
Dann kam einer mit einem Baby, ein Engel?, kann sein. Diesen Traum hatte ich ja schon öfter mit dir. Nur dieses Mal bin ich auf ihn zugelaufen und habe das Baby genommen und hatte euch beide auf dem Arm. Ich war glücklich, du und dein Geschwisterchen, perfekt, ich habe dir einen Kuss gegeben und wir haben uns deinen Bruder genauer angeguckt.
Während du im Traum leicht wie ein Feder bist, habe ich sein Gewicht gespürt. Ich war stolz, dass ich ihn endlich genommen habe. Du allein weißt, dass ich den Kerl mit Baby letztes Mal angeschrien habe, er soll endlich gehen, denn ich will nicht wieder etwas annehmen, was mir ja doch wieder weggenommen wird. Er war schon öfter bei uns, aber ich habe dem Kerl nicht vertraut, dennoch kam er immer wieder.
Gestern war es, als ob du mir einen Schubs gegeben hast. Und plötzlich war da dieses Vertrauen, dass er mir das Kind bringt und nicht holt und ich habe es genommen.
Dann bin ich aufgewacht und habe über dich und mich nachgedacht. Bin ich eine gute Sternenmama für dich?
Ich bin in einem Forum für Trisomie18 Kinder und Eltern. Ein kleine Trisomie18 Familie, die leider immer größer wird. Hat man Fragen, Ängste,Sorgen kann man sich dort allen anvertrauen, man kennt sich und ist doch anonym. Alle sind dort zusammen, die, die ihre Kinder ausgetragen haben, die, die Schwangerschaft beendet haben, Eltern mit toten Trisomie18 Kindern und welche mit lebenden.
Manchmal frage ich mir wie es wäre, wenn ich anders entschieden hätte, wenn ich abgewartet hätte  und einfach geguckt hätte ob du lebend auf die Welt kommst oder nicht. Und dann denke ich an meine Freundin Rosa. Spürt eine Mama ob es reicht? Ob die Zeit für das eigene Baby gekommen ist bei so einer Krankheit?
Du, mein Schatz hast über Wochen kein Gramm mehr zugenommen, deine Herztöne immer schwächer, immer schlechter, deine Organe, keins war unauffällig. Aufgegeben hast du trotzdem nicht.
Meine Freundin Rosa war krebskrank und ist letztendlich an Multiorganversagen gestorben. Das alles ging rasend schnell, kurz vor ihrem Tod war ich bei ihr im Krankenhaus, sie hatte Schmerzen, es ging ihr schlecht... sie wollte sterben, sagte, dass alles besser ist als dieses mit Schmerzmittel zugepumpe, es solle einfach aufhören, es wäre doch eh längst vorbei. Sie hat aufgegeben, ihr Körper noch nicht. Neben ihr lag eine Dame mit Knochenkrebs, sie lag seit Jahren immer wieder dort. Ich wollte es nicht hören, half ihr beim Haare waschen, redete ihr Mut zu, dass das Leben doch schön sei, sie nicht aufgeben dürfte. Aber Rosa hat gelächelt und gemeint, sie würde sich wünschen das die Sterbehilfe erlaubt wäre, aber das könnte ich nicht verstehen.
An diesen Moment musste ich bei meiner Entscheidungsfindung zurück denken, mein Schatz. Ich musste daran denken wie sehr sich diese so tolle Frau den Tod gewünscht hat, sie war auch stark mein Engel, genau wie du. Sie hatte mir beschrieben, wie es sich anfühlt, wenn du merkst, dass dein Organe nicht mehr können. Sie hatte trotz Morphium Schmerzen. Das wollte ich dir nicht antun, ich konnte es dir nicht antun.
Mamas größte Angst war, dass du auch nur 5 Minuten leiden musst, ich hätte es mir nie verzeihen können. Im Inneren glaube ich die richtige Entscheidung getroffen zuhaben. Im Herzen hoffe ich, du hast diese blöde Spritze nicht wirklich gemerkt. Und ich hoffe für dich war es der Weg, bei dem du am wenigsten leiden musstest.
Wärst du noch hier, hätte ich dir die Entscheidung nicht abgenommen? In der Gruppe sind einige Kinder mit schlechter Prognose schon ganz schön alt. Ich glaube nicht mein Schatz, alleine, dass du kein Gramm mehr zugenommen hast über Wochen, obwohl du gewachsen bist, war für mich ein deutliches Zeichen. Mein kleines Fliegengewicht. Ich weiß seitdem was die Liebe wiegt und wie groß die Liebe ist. :-) 1309 Gramm wiegt sie und sie ist 43 cm groß, die Liebe.
Du bist Mamas Goldstück, daran wird sich auch in 100 Jahren nichts geändert haben, du wirst immer die Große sein, mein erstes Kind, die, die auf die Nachzügler aufpassen muss. Die große Schwester und ja, auch die Cousine. Du wirst in unserer Familie von allen Kindern, die noch bei mir und meiner Schwester kommen, die Älteste sein. Die große Kleine. Meine Liebe zu dir wächst, mit jedem Herzschlag von mir, ich habe gelesen, dass ein kleiner Teil der DNA für immer in Blut der Mutter mitrumschwimmt. Das heißt, wenn es denn wirklich stimmt, ich habe dich für immer unter meiner Haut, ein kleiner Teil von dir lebt hier unten weiter.


Montag, 20. März 2017

Über Traum und Trauma, über Happy End und Happy Beginning

Im Moment, wie bereits erwähnt, ist mein Hirn ja sehr rege. Vor allem Worte und Wortbedeutungen haben es mir grade angetan, neben allen anderen Gedanken.
Gestern war ich spazieren und war so vertieft, dass ich vollkomme überrascht war, als ich plötzlich wieder in meiner Wohnung stand. Ich hatte den Weg gar nicht richtig wahrgenommen... so etwas passierte mir extrem selten, denn ich liebe die Landschaft bei uns und den Weitblick, die Felder, die Bäume und Tiere. Und eigentlich spiele ich auch viel mit meinem Hund.
Was also hatte mich so abdriften lassen?
Der Gedanke, dass Traum gar nicht so weit entfernt von Trauma ist. Ist ein Traum ein Trauma ohne "a"?  "A" wie "Arsch"? Ist ein Trauma ein Traum-Arsch? Der Zeitpunkt wo eine Traum voll in den Arsch gegangen ist?

Ein Traum, damit assoziieren die meisten etwas schönes, sonst würde man wohl kaum sagen "Mein Urlaub, Essen, Mann, Kleid, Haus etc ist ein Traum", oder?  Hände hoch, wer sich bei "Mann" nur najaaa dachte hahaha, erwischt!
(Eine Anmerkung zwischendrin:  Ich wurde gefragt, warum ich meinen Mann "Göttergatten" nenne, ob  ich das gut fände, einen Mann als übergeordnet zu betrachten. Ihr dürft diese Bezeichnung mit einem Augenzwinkern verstehen, denn er verhält sich halt manchml wie ein kleiner Buddha  und denkt wie jeder Männe ab und an, er sei vielleicht Gott :-D.)
So, weiter im eigentlichen Text. Traum ist also im allgemeinen Sinne etwas positives, schönes, angenehmes. Ein (schöner) Traum ist wünschenswert, das Ende eines Traums hingegen nicht. "Ich musste meinen Traum begraben.", nicht schön oder? Eher ein Alptraum,... ein Aaaaaaaaaaaaalptraum, ein A-Traum, ein Arschtraum, ein Traumarsch, ein Trauma! Da haben wir es wieder.

Ein Traum der endet und zwar nicht so wie vorgesehen, hinterlässt also ein Trauma, könnte man als Küchenpsychologe so sagen... Natürlich nicht jeder Wald- und Wiesen-Traum! Einmal blöd aufgewacht und zack Trauma, nein, so mein ich  das nicht. Mehr die Lebensträume, so wie mit Goldstück. Da hatte der Traum auch ein Ende, was mich wiederum dazu brachte mich gedanklich über "Happy End" aufzuregen!
Ich mein, kann man den Anfang von etwas schönem dämlicher betiteln?  Wenn etwas endet, ähnlich wie mit dem Traum, dann ist es selten ein Happy End und wenn etwas neues Schönes beginnt, dann ist das doch bitte wenn schon ein Happy Beginning?!?

Da findet Julia Roberts ihren Traumprinzen in Pretty Woman und das soll es dann gewesen sein? Der Film endet zwar, aber doch nicht Geschichte an sich. Nein, da konnte ich mich noch nie mit anfreunden und ich will es auch gar nicht verstehen.
Es gibt keine mögliche Welt in der ich das Ende von etwas als schön empfinden würde. Denn entweder transformiert es sich in etwas Schöneres und dann war es kein Ende sonder ein Übergang oder aber das Ende ist blöd und so nicht gewollt.
Schnürsenkel haben Enden, die sind super, aber sonst? Mich nervt es ja sogar wenn der Faden in der Nähmaschine endet. Ich bin kein Happy Ender, ich bin ein Happy Übergeher oder Happy Beginner.
Ich gucke mir auch im Fernsehen nichts an(oder nur unter starkem Protest), dass kein Ende hat,... Cliff-Hänger sind mir ein Graus.
"Ende hinterlässt Trauma" so oder so ähnlich sieht's also aus.  Aber lässt man jetzt die Dummheit mit dem dämlich, nicht existenten Happy End weg und wendet sich wieder Trauma hin, fällt einem was auf? So im Bezug zu Happy Beginnig?
Traumaaaaa... "A" wie? Wie? "A" wie "Anfang". Ich kann aus einem Trauma ein Traum-Anfang machen, den "Traumarsch" auflösen indem ich einfach weiterträume und den Arschtraum, Arschtraum sein lasse.
Der eine braucht Hilfe dabei, der andere legt einfach von sich aus los mit dem Weiterträumen, aber es ist doch gut zu wissen, dass wir so etwas können. Sich transformieren. Aus einem Trauma einen Traumanfang zu schaffen, der zur Realität wird und dann zu einem Happy Beginning wird.
Wer übrigens tolle Enden kennt, die nicht missverstandene Happy Beginnings sind, her damit.... Ich überdenke gerne nochmal alles. :-)

Samstag, 18. März 2017

Die Geburt - ein Moment voller Nähe

Zu Beginn meiner Schwangerschaft habe ich mich oft durch Mamablogs geklickt. Dann kam alles anders und ich habe diese Blogs gemieden wie die Pest... Bis vorhin. Da sah ich durch Zufall den Aufruf von HerzBauchWerk, ein Blog den ich in der Schwangerschaft gerne gelesen habe. Ein Aufruf zur Blogparade bezüglich #wasistGeburt. Man soll beschreiben was für einen "Geburt" ist und es hat mich zurück denken lassen.
Wie laut eine stille Geburt sein kann,  wie anders es sein muss, wenn alles normal abläuft. Es hat mich erinnert wie stark ich doch sein kann und was mein Körper da geschafft hat und durchmachen musste.
Der errechnete Termin war ja gar nicht mehr weit weg als ich in Tübingen war um mein Goldstück auf die Welt zu bringen. Doch fangen wir am Anfang an.

Geburt hieß für mich Vorbereitung. Ich war etwas ängstlich, war absolut gegen eine PDA. Der Geburtsvorbereitungskurs war toll, nahm mir die Angst, stärkte meine Meinung gegen eine PDA zu sein. Ich bin aus diesem Kurs mit dem Gefühl gegangen, dass eine Geburt absolut das war, was ich wollte, konnte und brauchte. Ich habe mich so richtig darauf gefreut! Ich wollte mich durch die Wehen atmen, mein Becken kreisen lassen und all die tollen Übungen mit meinem Göttergatten durch turnen.
Dann war Goldstück plötzlich nicht lebensfähig, dann tot in meinem Bauch und am Tag drauf kniete ich in einem viel zu kleinen Krankenhauszimmer auf dem Boden, biss in die Bettdecke und brüllte meinen Wehenschmerz in die Matratze. Mein Mann aß sein Mittagessen und ich dachte ich sterbe. Eingeleitete Wehen sind fies. Pustekuchen von den angekündigten 45 Sekunden Wehen, 90 Sekunden Pause. (Liebe Hebamme im Kreißsaal, es gibt Gerüchte, dass ich ziemlich fies rumgebrüllt habe, was der Mist soll, mir wurde was anderes versprochen bezüglich der Wehen-/Pauselänge bla zeter bla.... Tut mir leid....ich war etwas gestresst, fürchte ich.)
Dann wurde jede Form von Schmerzmittel in mich gepumpt, was allerdings so gar nichts brachte im Unterleib, statt dessen schlabberte mein Kopf und Oberkörper, frei von Kontrolle, rum.
Aber, obacht jetzt wird's wichtig, das Gefühl, zu merken wie das Köpfchen tiefer rutscht ist faszinierend, was leistet unser Körper da bitte für ein verdammtes Wunder??? Selbst, dass mein Goldstück tot zur Welt kam, kann es nicht ändern, dass eine Geburt, so schmerzhaft sie ist, etwas wundervolles ist. Etwas, was nur wir Frauen vollbringen können. Meine Geburt mit Goldstück war der innigste Moment mit ihr, sie auf die Welt zu bringen, zu sehen zu was ich imstande bin, das war toll! Mit jeder Wehe kommt man dem Ziel ein Stück näher, man spürt sein Kind.
Ja, ich will das wieder! Ja, beim nächsten Mal wird es leben und ich kann so stolz bleiben wie ich es nach der Geburt war. Wärme schenken, Muskelspannung fühlen, ein Baby, dass bei der Geburt mithelfen kann. Ich bin so gespannt darauf!
Geburt ist für mich schön, eine Verwandlung von der Frau zur Mutter. Geburt heißt für mich immer noch Vorbereitung, mittlerweile aber auch Nachbereitung, Stichwort Wochenbett.  Und Geburt heißt mittlerweile Sicherheit, den eine der schlimmsten Situationen habe ich bereits durchstanden.

Donnerstag, 16. März 2017

Der Unterschied von noch und wieder

Der Kinderwunsch nach dem Tod des eigenen Babys ist ja etwas sehr persönliches, individuelles. Dabei spielt es für mich keine Rolle ob früher Abgang, MA oder Totgeburt bzw stiller Geburt, denn der Verlust ist immer da. Eine Ausschabung kann für den Körper schwerer zu verarbeiten sein als eine stille Geburt und umgekehrt, jede Frau und jeder Körper ist anders und das ist einfach Fakt.
Aber eine Frage sollten wir Sternenmamas uns doch ehrlich stellen und ich nehme mich da ganz gewiss nicht raus: Will ich noch schwanger sein oder wieder?
Im Moment schlafe ich schlecht ein und je länger ich so daliege und versuche einzuschlafen, desto munterer wird mein Hirn: "Hey Alte, du hattest zwar den ganzen Tag Zeit zum Denken aber ich hab da ein paar wichtige Dinge vergessen, absolut zukunftswichtig und oberdringend, es wäre also gut wenn du direkt darüber nachdenken könntest und nicht einfach einschläfst, los weg da ihr Schäfchen! Jetzt wird nachgedacht, fang an zu grübeln, Zukunftsszenarien, super, da seid ihr ja!!...".
So, oder so ähnlich geht es zur Zeit Nacht für Nacht für Nacht... Zwiegespräche mit meinem Goldstück, Gedanken um meine Zukunft, berufliche Wünsche, 5-Jahres-Plan, To-Do Liste für den nächsten Tag, Essensplan, Putzplan. Mein Hirn ist ein etwas zwanghafter Planer, dabei wäre ich selber doch so gerne total spontan. Allerdings hört meine persönliche Spontanität bereits dann auf, wenn jemand unangekündigt vorbei kommen will,... Türklingel? Nä! Hör ich nicht!
Tatsächlich bin ich Frau Routine, ich liebe es wenn alles seinen total hervorsehbaren Gang geht. Immer gleiche Abläufe und Gegenstände geben mir Sicherheit und ich liebe diese verdammte Sicherheit! Wenn ich einmal was mag, bleib ich dabei, dass hat bereits in meiner Kindheit bei Spaghettieis angefangen, heute 25 Jahre später bleibe ich immer noch dabei. Es hat mich noch nie enttäuscht, im Gegensatz zu so einigen anderen Eisbechern. Bei Göttergatte war es das Gleiche, als ich ihn gefunden hatte wusste ich, dass es das war, er war mein Spaghettieisbecher. Veriebt, verlobt, verheiratet, so einfach war das (selbstverständlich erst nach vielen Jahren der Prüfung ob er nicht doch ein getarnter Banana-Split-Becher ist).
Und tatsächlich muss ich mir eingestehen, dass es etwas Ähnlichkeiten mit der Schwangerschaft hat. Ich war schwanger und plötzlich nicht mehr, aber so wie es normal weitergeht, wenn man nicht mehr schwanger ist, so war es eben nicht. Nur bin ich vermutlich zu perfektionistisch um das hinzunehmen. So wie es geendet hat, war es kein Spaghettieis und ICH WILL MEIN SPAGHETTIEIS. Das heißt ich will mein Baby. Ich wollte lange Zeit noch schwanger sein, ich habe lange Zeit etwas im Bauch gespürt was da nicht war. Meine Frauenärztin hat vermutlich gedacht ich ticke nicht richtig, weil ich sie gefragt hatte ob da zufällig irgendwas drin sei, was Honigmelonengröße haben könnte. Aber es hat sich eben so angefühlt, ich konnte mich nicht auf den Bauch legen, es ging einfach nicht. Dann habe ich gegoogelt, Krebs konnte ich ausschließen, sonst ja immer die erste Google-Diagnose, aber ich bin auf etwas interessantes gestoßen: Phantomschmerzen bei Menschen mit Amputationen. Tatsächlich gibt es dieses Phänomen wirklich, da haben Menschen gefühlt Schmerzen in dem Körperteil was gar nicht mehr bei Ihnen ist und so ähnlich erkläre ich mir auch meine Schmerzen. Vielleicht habe ich es so intensiv wegem dem Fetozid gespürt? Ich weiß es nicht, aber möglich wäre es laut meiner eigener Logik.
Nachdem ich mir also meine Erklärung für meine Schmerzen zurecht gelegt hatte, beschloß ich gesund zu werden. Ihr lacht? Ja, lacht, habe ich auch, tatsächlich gibt es unglaublich viele lächerliche Dinge die ich seitdem tue, vollkommen egal, es macht Spaß. Zu beschließen gesund zu sein ist gar nicht mal so leicht, denn es ist viel gemütlicher sich im Elend zu sulen und Schmerzen zu haben. Die Welt ist gemein und böse, ich habe nicht nur Schmerzen im Bauch sondern auch eine Spinalnerventzündung (das sind tatsächlich Schmerzen wie Hölle), mein Baby ist tot mimimimimi,.... sich dann selber innerlich wie  Major Pain anzubüllen und  zum "Klar-kommen" zu verdonnern, das erfordert doch einiges mehr an Disziplin und Wille.
Aber in Kombination mit meiner heißgeliebten Akupunktur bringt es wirklich was. Ich zwinge mich aktiv mich mit dem Tod meiner Tochter auseinanderzusetzen, mich Situtationen auszusetzten die schwer für mich sind, immer in Sicherheit aber dennoch immer ein Stück mehr.
Stück für Stück kämpfe ich um meine Normalität und mittlerweile fühle ich mich so wohl! Babykilos sind immer noch drauf? Egal, ich bin glücklich. Eine Zeit lang, das heißt  ungefähr zwei Tage, war ich vollkommen frei von Kinderwunsch. 48 Stunden sind wirklich lange, wenn du davor besessen von dem Gedanken warst. Dann habe ich darüber nachgedacht und nun möchte ich wieder schwanger werden und es nicht immer noch sein.
Klar wünschen Göttergatte und ich uns einen kleinen Mini-Us, aber es hat Zeit, denn wenn es so weit ist wird es alles wieder so schnell gehen. So, freuen wir uns auf das Zukunftssbaby sind aber glücklich mit Gegenwartsnichtbaby und dem Goldstück auf seinem Stern.
Wieder schwanger werden zu wollen ist sehr viel schöner als immer noch schwanger sein zu wollen und es lohnt sich darüber nachzudenken, denn man sollte schließlich für den folgenden Wurm bereit sein. Man sollte sich wirklich bereit dafür fühlen, nichts wäre doch schlimmer, als in einer neuen Schwangerschaft zu merken, dass es zu früh war, man noch nicht wieder bereit ist. Natürlich bekommt man auch diese Gefühle in den Griff, aber es ist sicherlich leichter, wenn sie davor bereits aufgearbeitet wurden. Mein Körper war also mal wieder schlauer als ich und es war mit Sicherheit richtig eine neue Schwangerschaft nicht zuzulassen bisher, denn wenn ich ehrlich bin wäre ich vermutlich noch  gar nicht wieder bereit gewesen auch wenn es der einzige Wunsch in meinem Herzen war nach Goldstücks Tod. Auch solche Gefühle ändern sich also mit der Zeit und das ist gut so. Es ist so wie ein Spruch der mir neulich ins Auge gesprungen ist: Vewandelt, nicht vergessen, ist was war.
Ich drücke euch alle von Herzen, habt Mut euch euren eigenen Gefühlen zu stellen, es lohnt sich! Man kann so sehr an sich selber wachsen!

Montag, 13. März 2017

Erinnerungen schaffen

Wenn ein Baby geboren wird, dann werden Bilder mit der Familie gemacht, die ersten Söckchen und der erste Strampler werden in eine Kiste gepackt, dann folgt die erste Haarlocke, der erste Zahn, davor vielleicht ein Bild vom ersten Lächeln, mit Sicherheit aber das erste selbst gemalte Bild, die Kiste füllt sich. Selten werden diese Stücke herausgenommen, jeder neue Tag bringt schließlich neue Erinnerungen mit sich.
Doch was machen wir? Wir die wissen, dass unser Baby nicht lange bei uns sein wird. Ein paar Stunden, im besten Fall ein ganzer Tag, ist alles was uns bleibt um Erinnerungen zu schaffen die das ganze Leben halten. Halten müssen, denn es werden keine mehr dazu kommen, wenn das Baby tot ist.
Tatsächlich haben wir eigentlich ganz gut vorgesorgt gehabt. Wir hatten eine Spiegelreflexkamera dabei, ein Gipsabdruckset für Hände und Füße in 3D und unser Hochzeitsbild auf dem alle Gäste einen Fingerabdruck hinterlassen haben. Goldstück war der Ausschlag dafür, dass wir bereits letzten Mai heirateten und nicht noch etwas gewartet haben. Sie war dabei, also sollte ihr Abdruck auch mit aufs Bild.
Tja und dann war sie da und ich wollte weder ihre kleine Hand noch ihren kleinen Fuß in Gips tunken. Ich konnte nicht, es erschien mir falsch, verwerflich, ich wollte sie nicht schmutzig machen. Auch mit der großen Kamera wollte ich nicht, es war mir zu nah, zu mechanisch, ich wollte einfach nur mein Goldstück im Arm halten, ihren kälter werdenden Körper wärmen, ihr Leben einhauchen.
Selbst als mein Mann die Abdrücke mit Tinte machte, war mein einziger Gedanke, sie wieder sauber zu machen. Heute weiß ich, wie wichtig es gewesen wäre, wenn da jemand gewesen wäre, der Erinnerungen für uns gesammelt hätte, der die Abdrücke gemacht hätte, Fotos von uns drein zusammen, der uns gesagt hätte, dass die Kliniktinte nach wenigen Tagen am Licht zur Unkenntlichkeit verblasst, der uns gesagt hätte, nehmt die Decke mit, in der ihr sie eingewickelt habt, deckt sie mit einer anderen wieder zu.
Die Momente sind verloren, unwiederbringlich, es ist schade, aber ändern kann ich es leider nicht mehr. Es bleibt einem also mal wieder nur das Übliche übrig, es hinzunehmen, Ärger verrauchen und Schmerz freizulassen. Natürlich kann ich mich darüber ärgern, mich fragen warum keiner mal in diesem Moment für uns denken konnte, für uns da sein hätte können, aber es bringt mir nun mal nichts. Vielleicht konnte es eben niemand, vielleicht sind die Gedanken und Bilder im Kopf dadurch intensiver, rede ich mir ein.
Für alle anderen Eltern wünsche ich mir jedoch ebendiesen  jemand der Erinnerungen der zarten Stunden zusammen sammelt, wie eine Biene die Blütenstaub sammelt. Jemanden, der vorsichtig auf den Moment-Blumen landet und das Wertvollste aufnimmt, aufsammelt um es dann abzuliefern damit die Mama es zu Honigerinnerungen  verwandeln kann. Bitte nehmt Angeboten wie die von "Dein Sternenkind" an, klärt mit Hebammen ob ihr bessere Tinte haben könnt oder etwas mitbringen müsst, holt, wenn es jemand schafft jemanden dazu der im Hintergrund agiert und einfach für euch funktioniert, der diese Erinnerungen sammelt, denn man kann tatsächlich Dinge vermissen, die man nie besessen hat.


Freitag, 10. März 2017

Wingo, mal ein anderer Post

Heut muss ich mal einfach etwas anderes schreiben, denn ich bin wütend. Nicht laut und rot, sondern zickig, eingeschnappt und mädchenhaft schmollend wütend. Ich denke Frauen werden den Unterschied kennen...
Warum? Weil ich Mama bin herrje, nehmt es hin! Ich meine damit natürlich nicht euch, sondern die selbstgefälligen, hornochsigen Tanten da draußen. Grade mal Anfang der Schwangerschaft geben sie mir munter Tipps wie siiiiie schwanger geworden sind und die frischgebackenen Mamis heulen einen zu, wie gestresst sie sind oder aber, dass ich mir doch keine Sorgen machen brauche, schwanger werden ist ja nicht so schwer und in die Mutterrolle wächst man von ganz alleine rein.
So, gut, okay, DA bekomme ich dann die laute, rote Wut und könnte diesen Subjekten die ****** polieren, ich gebs zu... Könnte ich, tu ich aber nicht, leider bin ich nicht im Ghetto aufgewachsen wo der Faustkampf noch Respekt findet :D.
Tatsächlich BIN ich Mama, keiner muss mir was von Mutterinstinkt und Mutterrolle erzählen, denn ich weiß es. Ich habe eine ganze Schwangerschaft durchlebt, danke ich weiß wie es ist, blöde Kuh im 2. Monat. Und das man sein Kind nach der Geburt ja sooo liebt.. ACH WAS? Wirklich?!?! Erzähl mir mehr davon, ich hab nur n Tretroller zu Welt gebracht, den ich danach in die Ecke stellen konnte... da hab ich doch keine Gefühle für pfff...
Nein, nein, nein... und was macht die unemanzipierte Frau von heute, wenn ihr eine Mutter mit Kinderwagen entgegenläuft? Durch die Sonne laufend, frei von dem Gefühl für irgendetwas anderes Verantwortung zu tragen als für sich und ihre kleine Familie, was mach ich da wohl, wenn ich so eine sehe?
Ich poliere... nicht ihr die Fresse, sondern bei mir einfach alles.
Und weil putzen, schrubben und polieren unglaublich befreit mach ich mir es eben damit auch noch schön!
Wie? Mit  Wingo!
Tatsächlich soll das keine Werbung sein, aber ich habe es bei Edeka entdeckt und es war Rosa, war umweltfreundlich und riecht wie eine sehr frische Blumenwiese. I like!
Putzen und die Überhausfrau raushängen lassen ist ja seit Goldstückchens Geburt total mein Ding, denn das kann ich wenigstens, da kommt am Ende immer was Positives bei raus und wenn es nur für meinen Göttergatten bedeutet, dass er wieder alles verkramen kann (ich glaube Unordnung zu machen gefällt ihm nur, wenn davor alles schön ordentlich war...).
Aber ernsthaft, äußerliche Ordnung räumt mich innerlich total auf. Die blöde Olle mit dem SUPER-Kinderwagen hat bestimmt nicht so eine glänzende, aufgeräumte Wohnung hahaaa, in your face! Und das Putzmittel von Wingo macht halt nicht nur sauber, sondern auch alles schön und wohlriechend.
Vielleicht sollte ich mich damit duschen...? Erst wollte ich trinken schreiben, aber nicht, dass dann einer aufschreit, dass ich vorhabe einen glänzenden Abgang hinzulegen. Jaja,.. die eigenen Witze sind halt die Besten :D. Keine Sorge alles nur Spaaaaaß.,  ich werde damit natürlich nur wie vorgeschrieben umgehen und nun mit einer alten Zahnbürste die Silikonfugen im Bad reinigen. Das fehlt mir nämlich noch zu meinem Überhausfrauen-Glück, saubere Silikonbadfugen. In diesem Sinne werde ich mich jetzt Zen-mäßig dabei entspannen und wünsche euch allen einen wundervollen, ruhigen Abend.
Und wer wütend oder traurig ist oder heult, versucht es mal mit ner Putzneurose. Wahlweise könnte ich mir auch vorstellen einen Deal einzugehen, falls eine von von euch seitdem zwanghaft bügelt? Das ist nämlich mein kleiner Schönheitsfehler, ich hasse es. Dafür würde ich aber eben dann eure Silikonfugen bearbeiten, die riechen danach auch ganz toll :-)!